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oder  zu  neuen  Bestimmungen;  die  Franzoͤsischen  Theologen
aber  waren  unaufhörlich  geschaͤftig,  brachten  oft  neue  Ideen
zum  Vorschein,  welche  in  der  That  nur  die  alten,  etwas  weniger
  auffallend  gesagt,  waren,  oder  zogen  auch  manche  unterdrückte
  Wahrheiten  ans  Licht,  welche  durch  das  Ansehen
gewisser  Lehrer  ganz  außer  Gang  gesetzt  worden.  In  der
Englischen  Kirche  gaben  Passionen  dem  menschlichen  Geiste
einen  so  schuellenden  Schwung,  daß  erst  nach  einer  langen
Revolution  in  die  Augen  fallende  Fruͤchte  erscheinen  konnten,
welche  aber  desto  herrlicher  waren.  Die  Geschichte  der  Reformirten
  Kirche  contrastirt  in  dieser  Periode  mit  der  Ges
schichte  der  Lutherischen  Kirche  wie  das  Aussehen  eines  durch
die  angestreugtesten  Uebungen  gebildeten  Körpers  mit  dem
Anblick  eines  andern,  dessen  Eutwicklungskraft  durch  zwingende
  Bande  gehemmt  wurde.

Es  ließ  sich  gleich  nach  der  Dordrechter  Synode  voraussehen,
  daß  über  die  Materie  von  der  göttlichen  Vorherbestimmung
  und  von  der  Gnade  noch  manches  geschrieben  werden
müsse,  bis  man  sich  endlich  ganz  vereinigen  oder  in  ganz  abgesonderte
  Haufen  theilen  werde.  Die  Dordrechter  Synode
verpflichtete  zwar  keinen  Franzdsischen  Theologen,  aber  sie  erhielt
  allmählig  auch  dort?  ein  gewisses  Ansehen  von  Convenienz,
  ihre  Lehre  konnte  so  viel  leichter  herrschend  werden;  da
sie  nicht  der  unbarmherzigsten  Hypothese  von  der  göttlichen
Gnade  günstig  war.

Doch  unter  vielen  andern  blieb  vorzüglich  immer  Jo.
Camero,  Prof.  der  Theologie  zu  Saumur,  auf  seinen  besondern
  Meinungen,  ohne  noch  solchen  Widerspruch  zu  erfabren,
  als  nachher  sein  Schüler  Moses  Ampraut  erfuhr,  1684
da  er  die  Ideen  des  Lehrers  vielleicht  nur  durch  bestimmtere
Emtwicklungen  bekannter  machte.  Obschon  die  ganze  Ver-