358

stellungsart  dieses  Theologen  in  der  That  nur  ein  etwas  angenehmerer
  Weg  zu  dem  cchauervollen  Ziele  war,  welches  Caltin
  zum  Merkzeichen  seiner  Partie  gemacht  hatte,  so  näherte
scch  doch  sein  besonderer  Sprachgebrauch  in  diesem  Artikel  den
Lutherischen  Ausdrücken  dem  ersien  Anschein  nach  so  sehr,
daß  einige  der  iederländischen  Theologen  zur  Widerlegung
aufstanden.  Ampraut  gab  zu,  daß  Gott  beschlossen  habe,
alle  Menschen  zu  beseligen,  daß  er  seinen  Sohn  für  alle  Menschen
  dahingegeben  habe,  aber  er  liet  den  ewig  gütigen  eine
Bedingung  beifügen,  wodurch  alle  gegihene  Hoffnung  wieder
zeryichtet  wurde.  Nur  denjenigen,  welche  glauben,  sollte
diese  große  Besiimmung  ewiger  Wohlthaten  zu  statten  kommen,
  glauben  aber  könne  niemand,  als  wem  es  Gott  schenke,
und  diese  geschenkte  unwiderstehliche  Glaubensgnade  sollte  nicht
allgemein  seyn.

Wenn  nicht  der  ältere  Spanheim  und  Andr.  Rivet
gegen  diesen  ersten  Berichtligungsversuch  der  Caloinischen  Hypothesfe
  so  schnell  aufgestanden  wären,  wenn  nicht  Ampraut
sogleich  ein  paar  Sypnoden  gegen  sich  gehabt  härte,  so  würde
diese  täuschende,  Milderung  der  harten  Prädesiinationslehre
vielleicht  nur  der  ersie  Schritt  zur  reinern  Wahrheit  gewesen
leyn.  Aber  ein  Universaliste  (so  nannte  man  die  Freunde  der
Amyraldischen  Meinung)  schien  ein  verkappter  Arminianer
oder  Lutheraner  zu  seyn,  und  noch  über  zwanzig  Jahre  nach
dem  ersten  Erscheinen  der  Hauptschrift  des  Ampraut  war  die
Aufmerksamkeit  der  sirengern  Calvinisten  so  eifersüchtig,  daß
auch  ein  unvermerkter  Versuch  des  gelehrten  Jo.  Daille  und
Dav.  Blondell  nicht  nur  einen  Sam.  Maresius  weckte,  der
es  für  die  gotteslästerlichste  Lehre  hielt,  von  einer  allgemeiner
Gnade  Gottes  zu  sprechen.