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aͤngstlichen  Gränzbestimmungen  von  Orthodorie  waren,  desto
weniger  konnten  sie  lange  in  einem  Zeitalter  fesistehen,  welches
  sich  sichtbar  zu  einer  großen  philosophischen  und  theologischen
  Aufklärung  vorbereitete.

Unstreitig  verdient  in  Ansehung  der  letztern  Johann
Koch  (Coccejus)  Prof.  der  Theol,  zu  Leyden  einen  der  ersten
  Plätze.  Der  unermüdet  arbeitsame  Mann  war  zwar
schon  sechs  Jahre  todt,  als  die  Schweizerische  Consensformel
zu  Stande  kam,  aber  er  hatte  das  Schicksal  eincs  so  manchen
  großen  Mannes,  daß  der  Saame,  welchen  er  ausstreute,
erst  nach  seinem  Tode  ausschlug.  Es  war  gewiß  großes
Verdienst,  zu  einer  zeit,  wo  die  ganze  Theologie  nichts  als
Polemik  oder  Wirbelphilosophie  war,  die  Bibel  und  ihre
Ideen  wieder  mehr  in  Gang  zu  bringen,  und  einem  Manne,
welcher  sich  so  ganz  in  sein  Altes  Testament  hineingelesen
hatte,  der  zu  einer  Zeit  auftrat,  da  man  über  eregerische
Grundsätze  noch  wenig  nachgedacht  hatte,  war  es  gewiß  sehr
zu  verzeihen,  wenn  er  oft  mchr  im  Alten  Testament  las,  als
wohl  darinn  stehen  mag,  und  die  Idee  eines  Bundes  zwischen
  Gott  und  den  Menschen  zur  herrschenden  theologischen
Systemidee  machen  wollte.  Je  dunkler  irgend  ein  Theil  der
Bibel  war,  desto  mehr  Fleic  wandte  er  auf  denselben,  und,
eine  fruchtbare  Einbildungskraft,  welche  unstreitig  sein  Haupttalent
  war,  ließ  ihn  bald  Aufklärungen  und  Beziehungen  in
den  prophetischen  Büchern  finden  welche  wohl  als  Beweise
seiner  frommen  Gesinnungen  aber  nicht  als  nützliche  Erweiterungen
  theologischer  Kenmnuisse  gelten  konnten.  Ueber  den
von  ihm  bemerkren  Unterschied  zwischen  der  alttestamentlichen
und  neutestamentlichen  Vergebung  der  Sünden  ließ  sich
viel  wahres  sagen,  das  bisher  noch  nicht  gesagt  worden  war,
aber  in  einem  Lande,  wo  Voctius  und  Maresius  lebten,