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demuͤthigte  diesen  kindischen  Vicegott.  Eine  frevelhafte  Benennung,
  die  er  sich  geben  ließ.  Der  Nepotismus  und  eine
unpolitische  Partheilichkeit  ist  in  dem  Leben  der  Paͤbste  etwas

so  ganz  gewöhnliches,  daß  man  es  bei  Gregor  XV.  und
Urban  VIII.  kaum  besenders  bemerken  würde,  wenn  nicht
beides  gar  zu  sichtbaren  Einfluß  in  ihre  Regierung  gehabt
hätte.  Die  Päbsiin  Olympia  hat  ihrem  Schwager  Inno=  1646
cenz  X.  viel  Kummer  und  Schande  gemacht,  man  hätte  ihm
eher  die  feierliche  Verwerfung  des  Wesiph.  Fr.  und  die  Verdammung
  der  fünf  Propositionen  des  Jansenius  verzeihen
können  als  die  unanständige  Vertraulichkeit  mit  seines  Bruders
  Wittwe.  Sein  Nachfolger  Alerander  VII.  war  wohllsseben
  so  wenig  Theolog,  aber  seine  gebrechliche  Menschheit  äußerte
  sich  nur  von  eincr  andern  Seite,  und  er  fiel  zum  schröcklichen
  Beispiel  aller  seiner  Nachfolger  in  die  rächenden  Hände
Ludwigs  XIV.

Clemens  IX.  und  Clemens  X.  regierten  nur  kurze
Zeit,  und  der  letztere  wurde  nur  deßwegen  vermißt,  weil  der
strenge  Innocenz  XI.  auf  ihn  folgte,  den  der  stolze  Ludwig,  1676-selbst
  in  seiner  weltlichen  Souverainetät,  zu  Rom  kränkte.  89
Man  kann  doch  auch  dem  Pabst  zu  viel  thun!

Alerander  VIII.  verglich  den  größten  Theil  der  Strei-1689=tigkeiten,
  welche  sein  Vorgänger  mit  dem  französschen  Hofe  *7
gehabt  hatte.  Daß  Innocenz  TXll.  gegen  die  Perüken  soléolunversöhnlich
  eiferte,  kann  bei  einem  Pabst,  der  gern  Cato  17%%
scheinen  wollte,  nicht  auffallend  seyn,  er  muß  sich  an  Kleinigkeiten
  halten.  Innocenz  schloß  gerade  das  letztverflossene
Jahrhundert,  und  die  Fesuiten  sorgten  dafür,  endlich  einmal
auch  wieder  einen  Pabst  zu  bekommen,  der  Pabst  für  sie  seyn
möchte.  Clemens  XI.,  dessen  Namen  die  Constitution  Uni  17  00
genitus  trägt,  wurde  es  zum  Unglück  der  Katholischen  Kirche