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logen  gekraͤukt  haben,  die  Jesuiten  dem  Ohr  des  paͤbstlichen
Legaten  immer  so  nahe  zu  sehen,  und  wenn  er  vollends  ein
Universitaͤtsgelehrter  war,  so  kannte  er  schon  die  Gesinnungen
dieser  neuen  Herrn,  deren  um  sich  greifender  Ehrgeiz  durch
keine  ehrwürdig  alten  Gesetze  beschränkt  und  selbst  auch  nicht
bei  dogmatischen  Wahrheiten  durch  längst  auctorisirte  Lehrerstradition
  zurückgehalten  wurde.

Michael  Bojus,  Prof.  der  Theologie  zu  Löwen,  hatte
dem  Spiel  in  Trient  selbst  eine  Zeit  lang  zugesehen,  aber  es
war  ihm  ein  Graͤuel  auch  nur  in  die  scholastischen  Spitzfindigkeiten
  sich  einzulassen,  wie  viel  unerträglicher,  die  Theologie
  zum  Spiel  der  Politik  und  des-  Ehrgeizes  zu  machen.
Die  Ordenspfaffen  aber  —  es  seyen  nun  die  Franziskaner
allein  aus  Privathaß  oder  die  Fesuiten  mit  ibnen  im  Bunde
gewesen  —  fanden  bald  eine  Ursache  an  dem  redlichen,  gelehrten
  Mann,  sie  machten  ihn  zum  Ketzer  in  Rom,  und
Pius  V.  scheint  nicht  geglaubt  zu  haben,  daß  man  beide
Theile  hören  müsse,  ehe  man  ein  Urtheil  fällt.  Auf  einer
Universität  König  Philipps  II.,  so  ganz  in  der  Nähe  des
Herzogs  von  Alba,  der  Ketzerei  verdächtig  werden,  war  mit
gar  zu  sichtbarer  Lebensgefahr  verbunden,  als  daß  sich  nicht
Bajus  der  päbsilichen  Sentenz  hätte  unterwerfen  sollen,  deren
Sinn  ohne  dieß  oft  so  unverständlich  oft  so  vieldentig  war,
als  ob  ein  unwissender  Concipist  den  Punct  nie  recht  zu
treffen  gewußt  hätte,  bei  welchem  die  sirengen  Augustinianer,
wie  Bajus,  gefaßt  werden  mußten.

Selbst  die  monophysttischen  Streitigkeiten  haben  sorgfältig
entwickelt  nicht  so  viel  unaufklärbares  als  die  verschiedenen
Hypothesen  von  der  Gnade,  vom  freien  Willen  des  Menschen
und  vom  Verhältnisse  des  menschlichen  Willens  zum  Werk
der  Bekehrung,  durch  welche  Bajus,  die  Dominicaner,  und