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einmal  dieses  Chaos  aufzuklaͤren,  aber  Paul  V.  fand  immer
die  Sache  doch  noch  so  verwickelt,  daß  auch  selbst  er  endlich
nach  sechsjaͤhrigem  Besinnen,  vielleicht  selbst  auch  in  Ruͤcksicht
  auf  den  schnellen  Tod  seines  Vorgaͤngers  Clemens,  am
1611  rathsamsten  fand,  beiden  Partheien  Stillschweigen  aufzulegen.
Es  ist  kein  Wunder,  wenn  die  niedergesetzten  paͤbstlichen  Commissarien
  bei  diesen  Congregationen  manchmal  eingeschlafen
sind.  Man  handelte  ja  nicht  von  Prälaturen  und  Beneficien,
und  sie  wurden  so  unaufhörlich  durch  die  Drohungen  und
Vorstellungen  beider  Theile  geängstigt,  daß  sie  nichts  mit
mehrerer  Sicherheit  thun  konnten  als  schlafen.  So  beleidigten
  sie  weber  den  König  in  Spanien,  der  sich  der  Dominicaner
  annahm,  noch  den  König  in  Frankreich,  der  mehr  für
die  Jesuiten  war.  So  konnten  weder  die  Herrn  von  der  Inquisition
  klagen,  noch  Lojola's  Söhne  über  die  Undankbarkeit
  des  Römischen  Stuhls  seufzen,  und  beide  Partheien  hat,
ten  während  des  Processes  oft  genug  die  Entschließung  gezeigt,
sich  nicht  anders  als  unter  den  Ruinen  des  päbstlichen  Throns
begraben  zu  lassen.  Ueberdieß  erlitt  auch  Paul  V.  durch  den
Proceß  mit  den  Venetianern  solche  heftige  Stürme,  bei  welchen
  er  keine  jener  beiden  Gnadenpartheien  sorgfältig  genug
schonen  konnte.
&amp;.  42.
Streitigkelten  Paul  V.  mit  Venedlg.  Sarpt.

Eine  kleine  Italiänische  Republik  machte  den  Anfang
der  Revolution,  welche  nachher  die  Französischen  Gelehrten
mit  so  abwechslendem  Gläck  zu  befördern  suchten,  und  die
Kaiser  Foseph  II.  zum  ewig  daurenden  Wohl  des  ganzen
cuktloirten  Europa  endlich  vollenden  zu  können  schien.  Paul

1606  V.  hatte  nehmlich  kaum  den  päbstlichen  Thron  bestiegen,  so
wollte  er  die  Venetianer  mit  väterlichem  Ernst  zurechtweisen;