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her  uoch  unerreichtes  Muster,  wie  man  geheime  Wunden  aufdecken
  muß.  Was  er  sonst  zur  Erläuterung  mancher  Materien
  der  Kirchengeschichte  oder  die  wechselsweisen  Rechte  des
Regenten  und  der  Kirche  zu  bestimmen  geschrieben  hat,  trägt
immer  das  Gepräge  eines  frommen,  aufgeklärten  Genies.  Wehe
dem,  der  einen  solchen  Mann  zu  verurtheilen  im  Stande  ist,
weil  er  nicht  feierlich  zur  Geufischen  oder  Wittenbergischen
Partie  uͤbertrat.

Wunden,  die  so  geschlagen  wurden,  als  Sarpi  dem  Pabst
schlug,  heilen  nie  mehr,  und  Sarpi's  Zeitgenosse,  Edmund
Richer,  Syndikus  der  Universität  Paris,  ließ  seiner  Seits
nichts  fehlen,  daß  sie  frisch  erhalten  wurden.

-—  S.  43.
Zustand.  der  Teutschen  Kathol.  Kirche.

Dieser  letztere  aber,  der  erste  unerschrocknere  Vertheidiger
des  aristokratischen  Kirchensystems,  wurde  ein  trauriges  Beispiel
  für  alle  seine  Nachfolger,  wie  leicht  ein  König  diejenigen
  aufopfet,  welche  seine  Rechte  vertheidigen,  wenn  er  andere,
  ihm  itzt  augenblicklich  wichtige,  Vortheile  zu  erhalten
sucht.  Richelien  war  zwar  kein  Freund  des  Pabsts,  aber  wenn
er  einen  Cardinalshut  für,  seinen  Bruder  wollte,  so  war  ihm
doch  der  Pabst.  nothwendig,  der  arme  Patriot  wurde  also
preisgegeben.

In  Teutschland,  wo  das  Zusammenwoͤhnen  der  Katholiken
  und  Protestanten  ven  ersteren  mehr  Aufklärung  hätte
verschaffen,  nollen,  als,  den  Katholiken  anderer  Länder,  wurde
das  Pabstthum  gerade  zu  der  Zeit  immer  druͤckender,  da  Italiäner
  und  Franzosen  das  Joch  abzuschütteln  suchten.  Sarpi
lebte  noch,  als  die  siegreichen  Heere  Kaiser  Ferdinands  II.
den  Protestanten  den  Untergaug  drohten,  und  die  Principien
der  Dillinger  Jesuiten  machen  mit  den  Meinungen  Richers