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Frankreich,  mit  Freuden  als  ihren  Bruder  hätten  erkennen
mögen.

Kein  Ordensgeistlicher  und  kein  Weltgeistlicher  zeichnete
sich  unter  den  Teutschen  durch  Gelehrsamkeit  oder  durch  freiere
edlere  Gesinnungen  aus.  Unter  keinem  Orden  entstand  in
Teutschland  eine  Reformation,  wie  die  so  nützliche  Congregation

  des  heil.  Maurus  in  Frankreich  war;  nicht  einmal
neue  als  nützlich  erprobte  Stiftungen,  wie  sich  die  PP.  Oratorii
  lzeigten,  konnten  bei  uns  einporkommen.  Der  Pabst
bewies  auch,  daß  er  wisse,  was  er  seinen  Söhnen  im  Reich
des  Gehorsams  zutrauen  dürfe.  Sie  machten  ihm  nicht  einmal
  mit  ihren  Unionsprojecten  viel  Kummer;  denn  gewöhnlich
  hatten  die  Protestanten  alle  Ursache,  sich  zuerst  zu  widersetzen.
  Auch  der  Teutsche  Katholik  muß  Gustav  Adolfs
Angedenken  segnen,  was  wäre  zuletzt  auch  aus  seiner  politischen
  und  religidsen  Freiheit  geworden,  wenn  der  ehrgeizige
und  abergläubische  Ferdinand  1l.  gesiegt  hätte.

S.  44.
Fansenistische  Streitigkeiten.

Die  Eifersucht  des  Römischen  Hofes  über  die  kirchenhistorische
  Freimuͤthigkeit  der  Richers,  du  Pin  und  anderer
war  noch  nicht  gestillt,  auch  die  kleineren  Bewegungen  waren
  noch  nicht  beruhigt,  die  das  berühmte  Werk  von  Mar-1641kä

  veranlaßte,  als  über  dem  Buch  eines  versiorbenen  Niederländischen
  Bischofs  ein  neuer  Zwist  entstand,  dergleichen  die
alte  Kirchenie  einen  einheimischen  Streit  gehabt  hat.  Das  Buch
selbst,  wie  es  bei  den  meisten  Begebenheiten  gieng,  welche  aus
kleinen  Ursachen  entstanden,  war  zwar  mehr  nur  Gelegenheit
cines  recht  feierlichen  Ausbruchs  längst  verborgener  geheimer
Gährungen:  aber  es  traf  doch  alles  so  zusammen,  diese  Gelegenheit
  zur  rechten  Todesepoche  des  Pabsithums  zu  ma-