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Ungeachtet  der  entschiedenen  Abneigung  des  Premiermi,
nisters  gegen  Jansen  und  seinen  Freund  den  Abbt  von  S.
Cyran  schloß  sich  aber  doch  die  Sorbonne  an  die  theolegische
Facultät  zu  Löwen  an,  und  die  Jesuiten  würden  Mühe  gehabt
  haben,  dem  Pabst  eine  bestimmtere  Verdammung  des
verläumdeten  Buchs  abzulocken,  wenn  nicht  Olpmpia  Pabsi

1653  gewesen  wärc.  Innocenz  X.  verurtheilte  fünf  Sätze,  die  in
dem  Buch  stehen  sollten:  aber  diese  fünf  Sätze  waren  falsch
oder  wahr,  je  nachdem  man  sie  erklärte.  Die  Freunde  des
Jansenius  trösteten  sich  also,  der  Pabst  habe  diese  Sätze  im
erstern  Sinn  vor  Augen  gehabt,  Jansenius  aber  habe  sie  im
letztern  Sinne  geschrieben;  über  Wahrheit  der  Glaubenssätze
seh  der  Pabst  unträglicher  Richter,  aber  ob  diese  Sätze  in
diesem  verworfenen  Sinne  bei  Jansenius  sich  faͤnden,  könne
  der  Pabst  nicht  gältiger  entscheiden,  als  jeder  Leser  fuͤr
sich.

Eine  Ausflucht,  die  kaum  drei  Jahre  lang  half.  Aler-=ander
  VII.  erklärte,  daß  Jansen  diese  fünf  Sätze  wirklich  in
ketzerischem  Sinne  niedergeschrieben  habe,  und  jeden  Widerspruch
  zu  ersticken,  wurde  in  Frankreich  unter  geistlicher  und
weltlicher  Autorität  ein  Eid  aufgesetzt,  worinn  jeder  der  ein
geistliches  Amt  erhalten  wollte,  dem  längst  in  höhere  Sphären
entrückten  Jansenius  ein  Anathema  nachrusen  mußte.

Ein  schdnes  Schauspiel,  wie  sich  nun  alle  in  Frankreich
empbrten,  welche  Empfindung  für  Kirchenfreiheit,  und  Liebe
zu  Augustinischer  Theologie,  oder  auch  nur  redlichen  Eifer
für  Gottessurcht  hatten.  Der  fromme.  Pascal  spottete  über
die  Jesuiten  so  schön  und  so  treffend  wahr,  als  vor  und  nach
ihm  niemand  gethan  hat.  Arnaud  war  so  unermüdet,  daß
dasjenige  Publicum,  das  immer  nur  dem  Recht  gibt,  der
das  letzte  Wort  behält,  unmöglich  den  Jesuiten  beitreten