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.  46.
Neuere  Mostiker  der  Kath.  Kirche.

Nach  der  allgemeinen  Analogie  der  ganzen  Kirchengeschichte
  erzeugte  sich  in  edlern,  wahrheitbegierigen  Scelen  immer
  mehr  Liebe  zur  Mystik,  je  mehr  die  große  Geistlichkeit
in  Streitigkeiten  versank,  Religion  und  Theologie  zum  Spiel
ihrer  Passionen  und  ihrer  gelehrten  Muße  machte.  Selbst
den  Abbt  de  la  Trappe  darf  man  als  ein  Phänomen
dieser  Art  hieher  rechnen,  wenn  er  schon  nicht  eigentlicher
Mystiker  war.  Noch  gewisser  sind  Molinos,  Bourignon,
  Guyon,  lauter  Erscheinungen  eben  derselben  Art,
nur  den  wichtigen  Unterschied  mit  eingerechnet,  welchen  Geschlecht,
  Nation,  Erziehung  und  Umgang  bei  niemand  so
kennbar  machen  als  bei  Mystikern.  Der  Spanier  scheint
weit  weniger  myystische  Schwatzhaftigkeit  gehabt  zu  haben,
als  diese  zwei  Französischen  Frauenzimmer,  und  seine  Schrift
war  weit  nicht  mit  der  dreisten  religioͤsen  Sinnlichkeit  geschrieben,
  der  sich  Mystikerinnen  so  oft  überlassen,  ohne  zu
wissen,  daß  sic  sich  nicht  dem  Geiste  Gottes,  sondern  ihrem
eigenen  überlassen  haben.

9.  47.
Chinesisches  Missionsinteresse.

Wie  von  den  Streitigkeiten  des  Michael  Bajus  an  bis
auf  die  des  Fenelon  herab  die  Jesuiten  immer  öffentlich  oder
versieckt  eine  Hauptrolle  spielten,  und  durch  die  Hand  des
großen  Ludwigs  den  Pabst  oft  demüthigen  oft  erheben  ließen,
so  trieben  sie  auch  durch  die  Missionen  ihr  Spiel  in  den  andern
  Welrtheilen,  und  che  Paraguay  recht  benutzt  werden
konnte,  war  es  nirgends  mehr  der  Mühe  werth  als  in  China,
  dem  aufgeklärtesten  Reiche  Asiens.

Sie  schlichen  sich  hier  als  Gelehrte  ein,  spielten  erst