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den  Mathematiker,  um  nur  allmälig  in  ihre  theologische  Urgestalt
  sich  wieder  zu  verändern,  und  auch  dieser  gaben  sie
eine  solche  Form,  daß  sie  den  Chinesern  nicht  auffallend  seyn
konnte.  Sie  nahmen  iso  viel  von  den  eigentlichen  Religionsgebräuchen
  der  Chineser  an,  als  ob  es  bloße  bürgerliche  Ce,
remonien  wären,  daß  man  nicht  wußte,  ob  sie  die  Chineser
für  das  Christenthum  gewinnen,  oder  sich  als  versöhnte  Freunde
  des  Chinesischen  Aberglaubens  zeigen  wollten.  Die  anderen
  Missionarien  mögen  vielleicht  manches,  geblendet  durch
Eifersucht,  noch  im  sirengern  Lichte  betrachtet  haben,  als  es
betrachtet  zu  werden  verdiente,  aber  wie  glaublich  isi  es,  daß
der  Jesuit  auch  in  Asien  Jesuit  war,  allen  alles  zu  werden
sachte,  um  von  allen  alles  zu  erhalten.  Als  wenigstens  ihre
Sache  vor  den  heiligen  Stuhl  zu  Rom  kam,  bewiesen  sie  sich
ganz  als  diejenigen,  welche  sie  ihre  ganze  Eristenz  hindurch
waren,  gehorsame  Söhne  des  heiligen  Vaters,  wenn  er  thut
was  seine  Söhne  wollen,  und  dreiste  Rebellen,  wenn  er  Unterwürfigkeit
  verlangt.  Clemens  XI.  sonst  Freund  dieser  arglissigen
  Väter,  wollte  nachdem  der  Streitl  fast  ein  Jahrhundert
  lang  gedauert  hatte,  endlich  alles  ins  klare  setzen,  schickte
  einen  Commissair,  Karl  Tournon,  nach  China,  mit  unbe-1705

  dingter  Gewalt  zu  untersuchen  und  zu  richten,  und  eine  Eideéformel
  wurde  entworfen,  welche  künftigbin  jeder  Missio
nar  beschwören  sollte,  um  die  Vermengung  solcher  heidnischen
Religion  mit  der  Chrisilichen  zu  vermeiden.  Tournon  starb
im  Gefängniß  in  China  als  Märtyrer  der  päbftlichen  Hoheit,
welche  er  gegen  die  Jesuiten  hatte  behaupten  wollen.

Die  Missionengeschichte  ist  unstreitig  einer  der  traurigsten
Abschnitte  der  Römisch  Katholischen  und  Protestantischen  Kirchengeschichte.
  Bei  Protestanten  sehlt  es  au  Eifer,  und

dem  wenigen  Eifer,  der  noch  da  ist,  an  aufgeklärter  Richtung.