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dern  Gegenstand  ihres  rachgierigen  Ehrgeizes  in  Frankreich
fanden,  bei  welchem  sie  den  Pabst  gluͤcklicher  auf  ihre  Seite
zogen,  aber  am  Ende  doch  wieder  noch  unheilbarere  Wunden
litten,  als  bei  Verkezerung  des  Jansenschen  Augustinus.

Einer  der  gelehrtesten  Presb.  Orator.  in  Frankreich,
Paschasius  Quesnel,  schrieb  veranlaßt  durch  einige  Berufsarbeiten,
  welche  er  in  seiner  Congregation  hatte,  einen
kurzen  praktischen  Commentar  uͤber  das  N.  T.,  worinn  er
die  Hauptmomente  der  Christlichen  Lehre,  so  wie  sie  damals
ein  Katholik  auffaßte,  gewiß  nicht  mit  Schonung  der  Protestanten
  darlegte.  Das  Buch  wurde  unter  tausendfachem
Segen  gelesen,  von  vielen  Bischoͤfen  gebilligt,  in  ihren  Dioͤ-cesen
  empfohlen,  fast  vizxzig  Jahre  hindurch  ohne  Bedenken
immer  wieder  neu  aufgelegt,  verbessert  und  selbst  vom  Pabst
als  ein  treffliches  Buch  auerkannt.

Den  Jesuiten  aber  war  es  unangenehm,  den  Ruhm  der
Frömmigkeit  eines  Mannes  so  allgemein  ausgcbreitet  zu  sehen,
  der  es  durch  seine  Ausgabe  der  Werke  Leo  des  Gr.  gar
nicht  verdient  hatte,  daß  ihn  der  Pabst  lobte,  und  noch  weniger
  in  den  Jansenistischen  Streitigkeiten  als  Jesuitenfreund
sich  bewiesen.  Ihr  Unwille  wurde  noch  mehr  gereizt,  als  der
Erzbischof  von  Paris,  Card.  von  Noailles,  durch  ein  eigenes
bischbfliches  Mandat  das  Quesnelische  Neue  Testament  empfahl;
  zwei  Feinde  konnten  sic  itzt  mit  einem  Schlage  treffen,
solche  Gelegenheiten  kamen  zu  selten,  als  daß  sie  dieselbe  hätten
  vorbeilassen  können.  ,„

Erst  ließen  sie  nur  böse  Gerüchte  gegen  das  Buch  gleichsam
  im  Dunklen  schleichen.  Je  stiller  diese  umherschleichen,
desto  größer  ist  meisiens  der  Schade,  aber  Quesnel  und  sein
Buch  waren  zu  gekannt,  als  daß  stille  Verläumdung  hätte