395

schaden  können;  man  sah  wohl,  was  mit  dem  theologischen
Pasquill  Probleme  ecclesiastiqduc  gemeint  sey.

Mit  Möähe  gewannen  sie  endlich  einen  Französischen  Bischof,
  der  in  einer  eigenen  Pastoralinstruction  gegen  das  Quesnelische
  Tesiament  sich  erklärte.  Es  blieb  aber  noch  lange
Zeit  bei  dem  einen,  und  der  ersie,  der  sich  seiner  schlechten
Gesellschaft  nicht  schimte,  war  der  Römische.  Clem.  XI.
ließ  fünf  Jahre  nach  dem  Erscheinen  jener  Pastoralinstruction
ein  Breve  nach  Frankreich  ergehen,  das  nicht  länger  zweifeln
ließ,  was  für  ein  Geisi  ihn  regiere.  Das  Breve  wurde  zwar
nicht  angenommen,  aber  es  bahnte  doch  dem  Beichtvater  des
Königs,  dem  Fesuiten  Tellier  den  Weg,  noch  ein  paar  Bischöfe
  gegen  den  Card.  von  Noailles  aufzuwiegeln,  und  das
Geschrei  allgemeiner  zu  machen,  Man  wollte  den  frommen
edelmüthigen  Cardinal  ersi  nur  um  seinen  Credit  bringen.
Das  Publicum  beurtheilt  jede  Sache  fast  unvermeidlich  nach
der  Person  ihrer  Vertheidiger,  daß  also  jeder  Angriff  auf  ein
Buch  verdächtig  scheinen  mußte,  das  der  rechtschaffene  Noailles
  nebst  vielen  andern  Bischöfen  so  feierlich  gebilligt  hatte.

Endlich  zu  Ende  des  Jahrs  1713  war  es  Zeit,  den
Vannsirahl  aus  dem  Vatican  zu  Hülfe  zu  nehmen,  dem  König
  selbst  war  dieser  Wunsch  von  seinem  Jesuitischen  Brichtvater
  eingeflößt  worden,  und  am  Grabe  seiner  Dauphins
war  er  für  jede  Vorstellungen  seines  Tellier  und  seiner  frommen
Maintenon  weichmüthig  genng.  Die  Coustitution  Unie
genitus  erschien.  ·

5«49«

Gerade  hundert  und  eine  Ketzerei  hatte  der  Pabst  Clemens
  XI.  in  dem  Quesnelischen  N.  T.  ausgezeichnet,  und
gerade  immer  nur  diejenigen  Saͤtze  als  ketzerisch  befunden,
welche  schon  in  dem  ersten  verunglückten  Jesuitischen  Pasquill