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er  auch  nicht  immer  Wahrheit  selbst  giebt,  doch  den  Weg  zu
Findung  der  Wahrheit,  fuͤr  seine  Zeiten  unerwartet  gluͤcklich
gebahnt  hat.

F.  51.

Veraͤnderung  des  Ganzen  seit  der  Trienter  Synode.

Worinn  hat  denn  also  die  Roͤmisch  Katholische  Kirche
aͤm  Ende  der  ganzen  bisher  geschilderten  Periode,  verglichen
mit  dem  Anfang  derselben,  an  wahrer  wirksamer  Aufklaͤrung
gewonnen?  Viel  ist  neschrieben  manches  gelehrt  auseinander
  gesetzt,  eine  schöne  Menge  trefflicher  Revissonen  von  Kirchenvätern
  herausgegeben  worden,  brauchbare  Urkunden  des
mittlern  Seitalters  sind  entdeckt  und  eben  so  nützliche  Nachrichten
  der  neuesten  Kirchengeschichte  in  allgemeine  Bekanntschaft
  gekommen,  aber  alles  schien  vielmehr  nur  reich  aufgehäufter
  Vorrath  zu  seyn,  der  einmal  zur  allgemeinen  Reformation
  gebraucht  werden  konnte;  als  daß  man  schon  wirklich
  bleibend  gute  Wirkungen  gesehen  hätte.

Der  Pabst  tprannisirte  die  Gewissen  zu  den  Zeiten  der
Constitution  Unigenitus,  wie  er  es  in  der  Periode  des  Trientschen
  Conciliums  gethan  hatte,  die  Tyrannei  war  itzt  nur  noch
ünertraͤglicher,  weil  sich  der  Pabst  itzt  mehr  nur  als  bloßes
Instrument  brauchen  lassen  mußte,  denn  vorher  geschehen
war.  Den  alten  Traum  vom  König  der  Koͤnige  hatte  der
heil.  Vater  auch  noch  nicht  vergessen,  er  meinte  Kön.  Friedrich
  I.  von  Preussen  hätte  den  Königstitel  bei  ihm  holen  sollen,
  und  den  Kaiser  Joseph  I.  behandelte  er  noch  wie  einen
ungerarhenen  Sohn.  Es  ist  schwer  zu  glauben,  daß  der
Pabsi  aufhören  könne,  Pabst  zu  seyn,  die  Hoffnung  hat  schon
so  oft  getänscht.

Der  Katholischen  Dogmatik  hat  zwar  Bossuet  einen
täuschenden  Anstrich  gegeben,  aber  was  nützt  ein  Anstrich,