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Ebe  man  es  sich  versah,  erschien  auch  die  Theologie
  im  neuen,  ihr  so  gar  nicht  paßenden,  mathemalischen
  Gewande,  und  wer  auch  noch  geduldig!  hätte  abwarten
  können,  bis  sich  der  erste  Reiz  der  neuen  Mode  verloren,
  der  glaubte  doch  die  Kühnheit  laut  bemerken  zu  müssen,
  mit  welcher  man  alles  itzt  demonstriren  wollte.  Auch
die  Lehre  von  der  besten  Welt,  die  man  für  ein  so  schoͤnes  Eigenthum
  dieser  neuen  Philosophie  ausgab,  machte  sich  durch
einige  Ausdrücke  verhaßt,  welche  den  biblischen  Redarten  von
der  Sünde  nicht  ganz  gemäß  waren.  Für  eigentliche  Gelehrfamkeit
  war  zwar  diese  neue  Philosophie  überhaupt  gar
nicht  günstig,  hierinn  gab  sie  also  keinen  Erfatz  gegen  die
Fehler  der  Waisenhauspartie:  aber  sie  führte  doch  von  dem
einförmigen  Ton  frommer  Empfindungen  auf  mehreres  freimüthiges
  Nachdenken.  Sie  schärfte  eben  die  Kräfte,  welche
durch  jene  fast  gesetzmäßige  Einförmigkeit  so  siumpf  gemacht
wurden;  sie  enrdeckte  die  Lücken  mancher  bisherigen  theologischen
  Beweise,  wenn  sie  schon  oft  selbst  nicht  viel  beffere  augab.
  Wären  alle  Freunde  Wolfs  so  bescheiden  und  so  scharfsinnig
  gewesen  als  Bilfinger,  so  würde  unser  Jahrhundert  den
reinen  Nutzen  dieser  Philosophie  ohne  Beimischung  eines  so
großen  Schadens  genossen  haben.  Aber  welch  ein  Abstand
von  Bilfinger  bis  zu  Canzen  und  wieder  von  Canz
bis  zu  Carpovl  &amp;.  55.

Mährische  Brüdergemesnen.

Mit  der  Geschichte  der  Wolfischen  Philosophie  läuft  ein
anderes  Phänomen  parallel,  das  man  zwar  als  einen  Auswuchs
  der  Hallischen  Theologie  ansehen  könnte,  das  aber  doch
schon  von  seinem  Urheber  und  schon  durch  seine  ersten  Entwick.-lungen
  so  viel  originelles  erhielt,  daß  sich  nur  ein  entfernter
historischer  Jusammenhang  mit  der  Pictiftischen  Partie  sehen  läbt.