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Pietistenpartie  von  dieser  neuen  Gemeine,  und  wenn  schon
Zinzendorf  bis  an  seinen  Tod  in  der  alten  und  neuen  Welt  179c
fortwirkte,  so  war  doch  das  Gluͤck  des  weitern  Fortgangs  dem
ersten  Anfange  gar  nicht  gemäß.

Seit  dem  Tode  des  Grafen  hat  sich  alsdenn  diese  Gesellschaft
  sichtbar  gebessert,  da  die  Verbindung  zwischen  Zinzendorf
und  der  Nitschmänninn,  selbst  im  Innern  der  Gemeine  so
viel  Unruhe  gemacht  hatte.  Ihre  Religionsbegriffe  haben  sich
sichtbar  berichtigt,  ihre  iunere  Verfassung  scheint  von  dem  ersien
  geistlichen  Despotismus  glücklich  verloren  zu  haben,  ihre
Coloniensucht  kommt  mit  der  Rube  anderer  Gemeinen  weniger
  in  Collision:  bielleicht.  können  die  Herrenhuter  im  Verhältniß
  gegen  die  Lutherische  Kirche  noch  eben  das  werden,
was  ehemals  Waldenser  im  Verhältniß  gegen  die  päbstliche
Kirche  waren  —  bleibende  Jeugen  der  Lutherischen  Wahrheit,
wenn  Lehre  von  der  Versöhnung  und  andere  Lutherische  Grundideen
  von  einer  willköährlichen  Philosophie  oder  von  einem  der
strengen  Orthodorie  noch  nachtheiligern  Indifferentismus  verdrängt
  werden  sollten.

g.  56.
Pfaffs  Unionsversuche.  Baumgarten  stuͤrtzt  die  Waisenhausrartie.

In  die  Geschichte  des  erstern  durch  den  Schein  der  Orthodorie
  begünstigten  Fortgangs  der  Herrenhuter  war  unter
andern  auch  Canzler  Pfaff  in  Tübingen  verwickelt,
ein  Mann,  in  welchem  die  Vorsehung  recht  viele  Vortheile
vereinigt  zu  haben  schien,  um  etwas  großes  auszuführen,  der  aber
wie  in  seinen  Unionsversuchen  so  bei  allen  seinen  Unternehmungen
zu  biel  auf  seinen  Ruhm  und  Bequemlichkeit  sah,  als  daß  er  das
hätte  werden  können,  was  Ba  umgarten  in  Halle  unter  viel
weniger  scheinbaren  Umständen  sowohl  durch  seine  eigene  Thätigkeit
  als  durch  die  Thätigkeit  seiner  Schüler  geworden  ist.