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Unbedauten,  Felde  mit  der  reichsten  Ausbeute  zuruͤck.  Nut
zweifelt  noch  ein  großer  Theil  unsers  Zeitalters,  ob  die  hisiorischen
  Untersuchungen  desselben  in  Ansehung  des  Kanon
mit  hinlänglicher  kaltblütiger  Ueberlegung  angestellt  seyen,
ob  nicht  selbst  oft  Gelehrsamkeit  und  unermüdete  Thaͤtigkeit
dem  völlig  unparteiischen  Nachdenken  habe  hinderlich  werden
können.  6

Ruhiger  war  die  Reforme,  welche  Teller,  ein  geschmackvoller
  Eregete,  in  Ansehung  mancher  bisher  angenommenen
  biblischen  Hauptideen  in  seinem  Wörrerbuch  wagte,
aber  ein  großer  Theil  auch  unserer  gelehrtern  Theologen  verhehlt
  hiebei  seinen  Argwohn  gar  nicht,  daß  Christliche  Religion,
  wenn  allmählig  alles  posstive  hinweggethan  wird,  nach
und  nach  in  reinen  Naturalismus  verwandekt  werde.  Sie
wenden  sich  also  noch  lieber  zu  dem  trefflich  philosophirenden
Spalding,  der  zwar  auch  das  positive  der  Christlichen  Religion
  nicht  ins  Licht  stellt,  aber  dasselbe  weniger  geradehin
zu  bestreiten  scheint,  und  sowohl  durch  seine  Erinnerungen
als  durch  sein  Beispiel  die  Scheidung  des  allgemein  nützlichen
  und  allgemein  nothwendigen  von  bloßer  theologischer  Metaphysik
  befördert.

Unstreitig  hat  die  allgemeine  Teutsche  Bibliothek
  dieser  theologischen  Revolution  den  Hauptschwung  gegeben.
  Durch  sie  ist  die  uneingeschränkteste  Freimäthigkeit
befördert,  manche  feine  philosophische  Speculation,  mancher
vorher  bloß  in  ungelesenen  Werken  verborgen  liegende  Zweifel
  in  allgemeinen  Umlauf  gekommen,  und  wenn  die  Menschen
  in  der  letzten  Hälfte  des  achtzehnten  Jahrhunderts  eben
so  gut  Menschen  sind  als  die  der  vorigen  Zeitalter,  so  läßt
sich  auch  vermuthen,  daß  selbst  die  richterliche  Strenge  dieser
  algemein  beglaubigten  Kritik  manchen  Schriftsieller  von