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Geschichte  des  Unglaubens  sest  ben  Zeiten  der  Reformation
  sammt  der  Geschichte  der  Socinianer.
Das  interessanteste  Stück  der  neuern  Kirchengeschichte,  aber  auch
das  schwerste,  weil  die  Gränzen  zwischen  diesem  Abschnitt  und
dem  Abschultt  der  Geschichte  der  Christlichen  Kirche  oft  so
unerwartet  zusammenfließen,  und  zu  richtiger  Darstellung  desselben
  ein  sicherer  Totalblick  über  die  politischen  und  ökonomischen
  Veränderungen  des  aufgeklärten  Europa  erfordert  wird.
Die  Lessische  Abhandl.  in  Walchs  neuester  Religlonsgeschichte
  macht  mit  den  pragmatischen  Hauptideen,  welche  zu

diesem  Abschnitt  gehören,  sehr  angenehm  bekannt.

Noch  hätte  sollen  ein  Abschnltt  Geschichte  der  Schwär--mer
  und  ihrer  kleinern  oder  größern  Haufen  beigefügt
  werden,  aber  bei  der  Dürftigkeit  des  hierinn  bisher  vorgearbelteten
  ist  es  unmöglich  hier  einen  treuen  pragmateixchen
  Grundriß  darzulegen.

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G.  63.
Historische  Veranlassungen,  Itallen  zum  Mutterlande  des  Unglaubens
  zu  machen.

Auf  die  Reformation  hatten  in  verschiedenen  Ländern
so  verschiedene  Umsiände  vorbereitet,  daß  der  letzte  Zustand,
welcher  aus  solchen  Gährungen  entsprang,  nach  der  Mannigfaltigkeit
  der  politischen  Verfassungen  und  selbst  auch  dem
verschiedenen  Genie  einzelner  Menschen  hdchst  verschieden
seyn  mußte.  In  Italten  und  zum  Theil  auch  in  Frankreich
war  die  theologische  Aufklärung  fast  nichts  anders  als  schwacher
  Lichtsirahl,  der  sich  bei  den  Männern,  welche  classische
Litteratur  und  Philosophie  ihres  Zeitalters  bearbeitet  hatten,
auch  in  diese  dunkle  Region  hinüber  brach,  so  wie  hingegen
der  Teutsche,  der  Erlernung  positiver  Kenntnisse,  wie
es  scheint,  vorzüglich  fähig,  seine  ganze  theologische  Aufklärung
  aus  der  Bibel  holte,  und  der  Gefahr  des  philosophischen
  Skepticismus  weniger  unterworfen  war.  Nichts