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mußte  uͤberhaupt  auch  bei  einer  solchen  Ideenrevolution,  als
die  Reformation  veranlaßte,  leichter  geschehen  seyn,  als  ein
rascher  Uebergang  von  bisheriger  Leichtglaubigkeit  auf  allgemeine
  Zweifelsucht,  und  gegen  die  kuͤhne  Vermengung  der
Religionsgeheimnisse  mit  den  bisher  gangbaren  ungereimten
Lehren  konnte  nichts  schuͤtzen,  als  redliche  Aufmerksamkeit
auf  die  Ausspruͤche  der  Bibel,  welche,  wie  bei  uns  Teutschen,
durch  die  ganze  Art  zu  studiren  bewaͤhrt  werden  mußte.  Ueberdiß
  geben  herrschende  Sittenverderbnisse  dem  einmal  rege
gewordenen  Zweifel  an  der  bisher  gangbaren  Religion  gewoͤhnlich
  immer  eine  ungluͤckliche  Staͤrke,  daß  man  ein  Joch
ganz  abzuschuͤtteln  sucht,  das  doch  durch  alle  Reformationen
nie  leichter  werden  kann.

So  viele  Umstaͤnde  vereinigten  sich  noch  außer  den  besondern
  politischen  Verhältnissen,  um  Italien  zum  Mutter,
lande  des  Unglaubens  zu  machen,  der  nachher  in  England
bei  nicht  unähnlichen  Umständen  im  folgenden  Jahrhundert
vollends  ausgebildet  wurde.  Mich.  Servet  war  zwar  ein
Spanier,  Joh.  Sylvanus,  Adam  Neuser,  Ludwig
Hetzer  waren  Teutsche,  aber  der  größere  Haufen  waren  immer
  Italiäner,  die  sich  auch  nicht  blos  wie  erstgenannte
Teutsche  als  irreligidse  Taugenichtse  zeigten,  sondern  mit  einer
  gewissen  Anständigkeit  den  Zweifler  und  Unglaubigen
machten,  daß  ihr  Name  des  Angedenkens  der  Geschichre  nicht
unwürdig  ist.  ##  0.

Socinus.  Unitarler.
Jeder  dieser  berühmtern  Unglaubigen  Val.  Gentilis,
Matth.  Gribaldi,  Bernhardin  ÖOchinus,  und  endlich
  auch  den  noch  dazu  gerechnet,  der  zu  Anfang  des  siebzehnten
  Jahrhunderts  lebte,  Jul.  Cäs.  Vanini,  hat  seinen
  ausgezeichnenden  eigenen  Charakter,  seine  ihm  eigene