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Ueberall  aber,  wo  schon  eine  gebildete  neue  Kirche  war,
widersetzte  man  sich  mit  dem  groͤßten  Nachdruck  dem  Proselyten-Eifer
  dieser  Unitarier,  die  oft  auch  selbst  unter  einander
  nicht  recht  einig  waren,  bald  gar  keine  höhere  Natur  in

Jesu  annahmen  als  die  menschliche,  bald  guch  zur  alten  Hypothese
  der  Arianer  sich  neigten.  Sie  schienen  sich  am  besien
in  Polen  unter  dem  Schutze  Kön.  Sigismund  August
verbergen  zu  können,  und  bei  den  Familienverbindungen,  welche
  zwischen  dem  König  von  Polen  und  dem  Woiwoden  von
Siebenbürgen  waren,  auch  im  Lande  des  letztern.

Die  Ruhe  der  Siebenbürgischen  Gemeinen  wurde  durch

1573  den  Streit  zwischen  dem  Leibartzt  Gr.  Blandrata  und
dem  Superintendenten  Franz  Davidis  gestört:  dachte  denn
der  letztere  nicht  ganz  zusammenhängend,  wenn  er  behauptete,
  daß  Jesus,  falls  er  nicht  Gott  sey,  auch  nicht  angebetet
werden  dürfe?  ·
In  Polen  wurde  Rakau  Hauptsitz  der  Unitarischen
1603  Partie.  Hier  hatten  sie  eine  durch  den  Ruf  mancher  Lehrer
berühmte  Universität,  durch  deren  guten  Zustand  der  Flor  ihrer
  Partie  eben  so  sehr  erhalten  wurde,  als  durch  die  schdne
Kirchenzucht,  welche  zur  Beschämung  mancher  protesiantischen
Gemeinen  unter  ihnen  herrschte.  Aber  so  bald  Jesuiten  am
Polnischen  Hofe  zu  regieren  anfiengen,  so  wurde  mit  den
1638  Unitariern  das  Vorspiel  der  Tragöbdie  aufgeführt,  die  Lutherauer
  und  Reformirte  vollenden  mußren.

Es  sind  viel  berühmte  Namen  unter  den  Lehrern  dieser
  Partie,  weil  sie  die  ersie  Zeit  ihres  schönsten  Flors  nicht
überlebt  hat.  Andr.  Dudith  gehört  zu  ihnen,  wie  Erasmus
  zu  den  Reformatoren.  Christo.  Ostorod,  Valentin
  Smalcius,  Johann  Crell  und  Martin  Ruarus
waren  Teutsche,  welche  sich  aber  mit  vielen  ihres  gleichen