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g.  66.
Einige  Ursachen  der  Ausbreitung  des  Naturalismus.

Allgemeine  Klagen  über  die  Verkehrtheit  des  menschlizen
  Geistes  klären  die  historische  Frage  nicht  auf,  warum
wade  im  letzten  Viertel  des  achtzehnten  Jahrhunderts  der
nglaube  so  herrschend  geworden,  und  der  Aberglaube,  wenn
r  hie  und  da  sein  Haupt  noch  erheben  will,  nicht  mehr  als
Keligionsfanatismus,  sondern  nur  als  alchimistisch  hermetische
eisheit  geduldet  wird.

Wer  kennt  nicht  die  Wirkungen  des  steigenden  Luxus
uf  alle  Verhältnisse  der  Gesellschaft?  Auf  die  Verfeinerung
ind  Verfälschung  der  Charaktere  der  Menschen?  Wer  hat
eicht  als  Freund  der  Religion  mit  Betrübniß  die  Beobachung
  gemacht,  daß  der  geistliche  Stand,  wie  er  im  mittlern
Jeitalter  in  Rücksicht  auf  Kenntnisse  und  Sitten  immer  der  geschätzteste
  war,  nun  allmählig  eben  so  sehr  im  Verhältniß  gegen
Vdie  Laien  zurückbleibt,  und  den  Verlust  der  ehemaligen  bürzerlichen
  Achtung  gar  nicht  durch  größere  Verdienste  ersetzt.
Der  Ton,  in  welchem  die  Sache  der  Religion  vertheidigt
wird,  ist  dem  Tone  der  Gegner  an  einnehmendem  Witze  gar
zu  selten  gleich,  und  es  ist  wirklich  unendlich  schwerer,  als
unsere  rüstigen  theologischen  Schriftsteller  denken,  pofftive  Lehren,
  die  aus  einem  vor  siebzehen  Fahrhunderten  geschriebenen
  Buch  abstrahirt  werden  müssen,  gegen  die  Einwürfe  einer
  durch  Raisonnement  schmeichelnden  Philosophie  zu  vertheidigen.
  Ein  großer  Theil  der  Teutschen  Protestantischen
Theologen  ist  nicht  einmal  einig,  was  eigentlich  vertheidigt
werden  solle,  und  der  wichtige  einheimische  Streit  über  die
Vorzüge  der  äußern  oder  der  innern  Beweise  der  Wahrheit  des
Chrisienthums  gründet  sich  zu  sehr  auf  ursprüngliche  Ver-Spittler's

  sämmtl.  Werke.  II.  Bd.  28