Vorrede.

Bei  den.  großen  politischen  Bewegungen  unsers  Zeitalters,
  an  denen  Jünglinge  und  Alte,  höhere  und  niedere
  Stáude  und  alle  nicht  ganz  gefühllose  Menschen
mit  dem  größten  Interesse  Theil  nehmen,  ist  es  vielleicht
mehr  als  je  Bedürfniß  geworden,  der  Geschichte  der
vornehmsten  Enropéischen  Staaten  schon  in  ihrer  compendiarischen
  Darstellung,  wie  sie  für  den  akademischen
Unterricht  besiimmt  ist,  auch  die  Wendung  und  Form
zu  geben,  in  der  sie  den  jeßt  gangbaren  politischen  Fragen
  und  Untersuchungen  entspricht.  Die  Achenwallsche
und  Meuselsche  Anleituung  zur  Kenntniß  der  Européishen
  Staateuhistorie,  die  unstreitig  die  besten  ihrer  Art
#e,  und  die  auch  der  Verf.  dieses  Entwurfs  über  zehen
Jehre  lang  abwechselud  als  Leitfaden  bei  seinen  Vorlesugen
  gebraucht  hat,  sind  in  dieser  Beziehung  zu
mangelhaft  und  nuvollständig.  Man  frägt  jeht  in  jeder
Geschichte  eines  Europäischen  Staates  gleich  darnach,
wenn  und  wie  ist  ein  dritter  Stand  empor  gekommen?
  wie  haben  sich  die  Verhältnisse  der
Stände  unter  einander,  und  wie  die  Verhältnisse
  der  Stände  zum  Regenten  gebildet?  wie