9

der  katholischen  Parthie  wirkte  ganz  anders  auf  den  Staat
als  die  Hierarchie  der  Arianischen.  Auch  entsieht  hier  ein
klerikalischer  Dominat,  der  in  der  Geschichte  seines  gleichen
nicht  hat,  und  ohne  sehr  merkbaren,  Römischen  Einfluß  bloß
als  einheimisches  Phänomen  sich  entwickelt.  Das  Wahlreich
wird  dadurch  völlig  zerrürtet,  und  der  Untergang  des  Staats
dadurch  nicht  nur  vorbereitet,  sondern  zunächst  veranlaßt.

Probincialen  und  West-Gothen,  bisher  noch  immer  zwei
Hanz  geschiedene  Nationen,  fliessen  jetzt  erst  in  eine  zusammen;
denn  jetzt  erst  durften  sic  unter  einander  heurathen.  Auch
wird  die  Sprache  der  letzteren  von  der  lingua  Rom.  rustica,
wie  sie  in  Spanien  war,  ganz  verdrängt,  und  eben  so  die
Gothische  Schrift  von  der  Lateinischen.  Am  meisten  erhält
sich  von  den  West-Gothischen  Rechten,  deun  noch  sind  diese
in  den  ältesten  Spanischen  Gesetzen  kennbar.

12.  Verschiedene  Versuche  der  Araber  aus  Afrika  herü-(25

  ber,  Laudungen  an  den  spanischen  Küsten  zu  machen,  schon

seit  König  Wamba's  Zeit.  Eine  mißvergnügte.  Parthie
unter  den  Gothen  selbst,  lockt  sie  endlich  als  Hülfsvölker  herüber,
  und  erleichtert  ihre  Eroberungen  in  der  Hoffnung,  daß
sie  sich  bloß  als  Hülfsvôlker  betragen  würden.

"  13.  Letzter  entscheidender  Sieg  der  Araber  bei  Feres  de
Ju'kla  Frontera  in  Andalusien.  Sie  eignen  sich  das  Land  zu,
dringen  712  selbst  über  die  Pyrcnäen,  und  erobern  auch  jenseits

  derselben  die  Besitzungen  der  West.  Gothen.  Carl  Martells
  Sieg  bei  Tours  i  in  Autergne  rettet  Frankreich