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Koͤnig  Alfons  V.  von  Portugal,  der  sich  mit  Johanna  Bertrandilla
  verlobt,  und  in  Castilien  selbst  eine  maͤchtige  Parthie

  für  sich  har.  Die  Casiilianer  siegen  bei  Toro,  und  in  dem

Vergleiche  von  Alcantara  thut  Portugal  böllig  Verzicht  auf
Castilien.  Bertrandilla  geht  in's  Kloster;  die  mißvergnügten
  Castilischen  Großen  unterwerfen  sich.

32.  Kaum  ist  ein  verwirrteres  Reich  gedenkbar,  als  damals
  Castilien  war.  Nirgends  Gerechtigkeit,  nirgends  Friede.
  Jeder  Baron  that  auf  seiner  Burg  was  ihm  wohlgefiel,
  und  plünderte  Meilen  weit  umher  das  Land  aus.  Der
König  konnte  dem  Ucbel  nicht  steuern,  denn  seine  schönsten
Domainen  befanden  sich  in  den  Händen  der  großen  Baronen;
  er  selbst  war  unmächtig  und  arm.  Auch  konnte  er
sich  nicht  durch  Vergebung  bedeutender  Stellen  eine  Parthie
machen,  denn  die  Vergebung  der  großen  geistlichen  Stellen
stund  nicht  bei  ihm,  und  einige  der  wichrigsten  weltlichen
Stellen  hatten  große  Familien  erblich  an  sich  gerissen,  oder
waren's  Wahlstellen,  bei  deren  Vesetzung  der  König  wenig
Einfluß  erhalten  konnke.  Innerhalb  dreißig  bis  vierzig  Jahren
aber  hatte  sich  dieses  alles  geändert;  der  Adel  und  die  Geiftlichkeit
  war  vierzig  Jahre  nachher  ganz  abhängig  vom  Hofe,
und  die  Staͤdtedeputirte  ließ  man  bloß  zusammenkommen,
wenn  man  Geld  haben  wollte.  Die  Anstalten,  um  dieses
auszuführen,  wurden  planmäßig  verfolgt;  und  was  koͤnnen
  nicht  drei  Monschen  von  großer  Krast  und  großem  Charakter
  ausrichten,  wie  Isabella  und  Ferdinand  und
FKimenez  waren,  wennisie  43  Jahre  lang  ein  Werk  treiben.

33.  Außer  der  Reduction  der  veräußerten  Krondomänen
  und  Kronrevenüen,  die  nicht  mit  einemmal  unternommen,
  aber  nie  bei  irgend  einer  schicklichen  Gelegenheir
versäumt,  und  oft,  wie  der  Fall  mit  Cadiz  war  durch

Splttlers  sämmtl.  Werke.  III.  Bd.  3

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