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narien  bezahlen  sollte,  gelingt  endlich  sein  Plan,  den  er
dem  Köbnige  schon  lange  und  oft  vorgelegt  —  es  wird  beschlossen,
  alle  Moriskoes  sollren  aus  Spanien  hinweggebracht
  werden.  Selbst  die  kleinen  unbedeutenden
Ausnahmen,  die  der  unmenschliche,  nach  Valenza  er,  1609
gangene  Befehl  enthielt,  waren,  sowohl  seinen  Absichten,  Sept.
als  dem  Plane  des  Erzbischofs  von  Toledo  völlig  zuwider.
Der  letztere  war  unglücklicher  Weise  ein  Bruder  des  Herzogs
von  Lerma.  Auch  nicht  einmal  in  Ansehung  der  Kinder
der  Moriskoes,  und  selbst  nicht  einmal  in  Ansehung  derer,

die  unter  fünf  Jahren,  und  deren  Anzahl  er  selbst,  auch
nur  in  Valenza,  ungefähr  auf  56000  schätzte,  wollte  er  eine
Ausnahme  gemacht  wissen.  Umsonst  machte  der  Adel  dieser
Provinz,  der  seine  fleissigsten  Pächter  und  Fabricanten  verlieren
  sollte,  dem  Kdnig  die  allerdringendsten  Vorstellungen;
umsonst  erboten  sich  die  Moriskoes  selbst  zu  allem,  was  sie
irgend  als  Wunsch  oder  Bedürfniß  der  spanischen  Regierung
vermuthen  konnte.

Wie  der  größte  Theil  dieser  unglücklichen  aus  Valenza
hinweg  nach  Afrika  gebracht  war,  so  ergieng  0.  Dez.  1600
ein  gleicher  Befehl,  die  Moriskoes  in  Granada,  Murcia
und  Sevilla  betressend.  Den  20.  Mai  1610  kam  ein  Edier,
das  sie  aus  Aragonien  und  Catalonien  austrieb;  und  den
lo.  Jul.  eben,  dess.  J.  traf  es  vollends  auch  die  in  Altund
  Neu-Castilien,  in  Estremadura  und  Mancha.

So  verlor  Spanien  mit  einemmal  über  600,  ooo  seiner
fleissigsten  Einwohner,  und  gleich  acht  Jahre  nachher  erklärte
selbst  der  hohe  Rath  von  Casiülien  dem  König:  So  sey
Spanien  nie  entvölkert  gewesen  wie  gegenwärtig.
  Wenn  Gott  nicht  helfe,  sey  das  Reich  verloren.
  Ueberall  sehe  man  Ruinen  von  Häu,

Spittler's  sämmtl.  Werke.  III.  Bd.  5