161

66

sern  und  niemand  baue  sie;  Städte  und  Doͤrfer
liegen  verödet  u.  s.  w.  Die  Zeiten  Philipps  II.  schienen
  ein  goldenes  Zeitalter  gewesen  zu  seyn.  ,  Davila
führt  actenmässige  Beispiele  an,  wie  sehr  allein  während
Philipps  III.  Regierung  manche  Gegenden  an  Bevdlkerung
und  Cultur  verloren,  die  ganz  unglaublich  scheinen.
Expulsion  de  los  Moriscos  por  P.  A.  Cardona.  lluesca  1612.  4.
HMlemorahle  Erpulsion  F  juslissimo  Destierro  de  los  Moriscos  de
Espanna  nucvamente  combucstay  ordenado  bor  M.  de  Guadalajara.
  En  lamplona  1013.  1.
Geddes  miscellau.  Tracts  T.  I.  u.  1.

7.  Es  war  ein  recht  unverdientes  Glück,  das  der  clende
spanische  Minister  um  eben  diese  Zeit  genoß,  daß  sich  die
furchtbarsten,  politischen  Combinationen,  die  Spanien  mit
dem  unfehlbarsten  Untergang  zu  bedrohen  schienen,  von  selbst
aufldsten.  Heinrich  1V.  starb  unmittelbar  vor  Eröffnung  eines
  Feldzugs  gegen  Spanien;  das  ganze  französische  Staats-System
  änderte  sich  nach  seinem  Tode,  und  die  Jülichische
Srccessions-Sache,  die  auch  für  die  Spanischen  Niederlande
gefährlich  zu  werden  drehte,  wald  nicht  zum  ordentlichen  Krieg
reif.  Allein  selbst  auch  nur  zu  Führung  des  kleinen  Sa,
voyischen  Kriegs  hatte  das  erschöpfte  Reich  nicht  Kräfte
genug,  oder  vielmehr  der  elende  Minister  nicht  genug  Energie.

8.  Nach  dem  Sturz  des  Er.  von  Oliva  und  dem  Absgchen
  des  Herzogs  von  Lerma,  der  durch  seinen  neuen  Cardinals-Hut
  seinen  Fall  nur  beschleunigte,  aber  doch  für  die  Zukunft
Sicherheit  sich  verschaffte,  wird  der  öffentliche  Zustand  in
Castilien  auch  unter  dem  Herzog  von  Uzeda  und  seinem
Freunde  dem  P.  Alliaga  nicht  besser.  Kein  Wunder,  daß
sich  das  Spanische  Ministerium,  bei  ganz  erschöpften  Finanzen,
  so  lange  weigerte,  dem  bedrängten  Deutsch-Oesterrei,