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rung,  aber  man  lernt  wenig  daraus,  besonders  was  den
innern  Lustand  des  Reichs  betrifft.  Die  besten  Nachrichten  finden
  sich  theils  in  cinigen  Französischen  Memoires  theils  auch  in
einigen  Gesandten=  Berichten.

1.  Kraft  der  Verordnung  Philipps  IV.  sollte  die  verwittwete
  Königin  an  der  Spitze  von  sechs  Ministern,  die  er  selbst
noch  ernannte,  die  vormundschaftliche  Regierung  führen.  Es
macht  aber  großes  Mißvergnügen,  daß  sie,  ohne  dieses  Conseil
  zu  fragen,  ihrem  Beichtvater,  einem  Deutschen  Jesuiten,
  Jo.  Eberh.  Neidbard,  segleich  die  Großinquistitors-Stelle
  giebt,  die  gerad  um  diese  Zeit  erledigt  worden.  Die
Regentin  faßt  auch  oft  die  wichtigsien  Entschlietzungen,  gegen
das  Gutachten  der  hohen  Collegien,  allein  nach  den  Privat-Gestunungen
  dieses  Mannes,  und  eine  solche  Cabinets-Regierung
  empoͤrt  den  Patriotismus  und  den  Stolz  der  Spanischen
  Großen.  Besonders  zeigt  sich  bald  eine  persdnliche
Bitterkeit  zwischen  Don  Juan  d'Austria  und  dem  begünstigten
  Jesuiten.

2.  Doch  brechen  die  Unruhen  erst  aus  nach  dem  Frieden
  mit  Portugal,  und  dem  gleich  dritthalb  Monate  nachher
  auch  mit  Frankreich  geschlossenen  Frieden.  In  ersterem
mußte  Spanien  die  volle  Souverainität  von  Portugal  anerkennen,
  und  in  letzterem,  der  zu  Aachen  geschlossen  worden,
nach  der  Vorschrift  der  Triple-Allianz,  die  in  einem  sogenannten
  Devolutionerecht  gesuchte  Prätensionen  Ludwigs  XIV.
an  sämmtliche  Niederlande,  mit  wirklicher  Cession  der  im
Kriege  verlorenen  Niederländischen  Plätze  abkaufen.

3.  Juan  von  Austria  zwingt  die  Königin  Regentin,

1669  fast  mit  den  Waffen  in  der  Hand,  den  P.  Neidhard  hinwegzuschicken,

  den  der  Spanische  Haß  selbst  noch  nach  Rom
verfolgt,  wo  er  1681  als  Kardinal  starb.  Auch  die  Ver-