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1.  Es  kostete  einen  zwoͤlfjaͤhrigen  blutigen  Krieg,  bis

Philipp  V.  ruhig  auf  seinem  Throne  saß.  Kais.  Leopold  allein,

  als  der  Haupt,  Pätendent,  wuͤrde  den  Kampf  nicht

sehr  erschwert  haben,  aber  die  Seemächte  unterstützten  Oesterreich
  mit  einem  Eifer,  der  offenbar  mehr  aus  blinder  Antipathie
  gegen  Frankreich  als  aus  wehlerwogenen  politischen

Planen  entsprang.  Selbst  den  Verabredungen  des  Haager
1701  Concerts  zuwider,  suchte  man  endlich  die  ganze  Spanische
Monarchie  dem  Ocsterreichischen  Haus  zu  verschaffen.  Hätte
nur  nicht  Ludwig  XIV.  nach  dem  Tode  des  alten  Jakob  II.
in  S.  Germain,  den  Sohn  desselben  den.  Prätendenten,  als
König  von  England  anerkannt!

2.  Wo  Eugen  und  Marlborough  commandirten,  waren
die  Alliirten  unüberwindlich;  aber  in  Spanien  selbst
war  ihr  Glück  sehr  abwechslend,  ungcachtet  des  Portugiesischen
  Beistands.

Wäre  das  eigene  Minisierium  Nhilipps  weiser  gewesen,
hätte  nicht  Portocarrero,  dem  sich  der  junge  König  erst  ganz
allein  anvertraute,  die  jvermeinten  Anhänger  des  Oesterrei,
chischen  Hauses  unerbittlich  verfolgt,  und  hätte  nicht  die
Oberhofmeisterinn  der  Königinn,  die  Prinzessinn  Urfini,  die
nach  dem  Falle  von  Portocarrero,  allein  regierte,
oft  nach  Weiberlaune  geherrscht;  wie  mancher  der  Grossen
würde  sich  nie  für  Leopolds  Sohn,  für  Carl  von  Oesterreich
  erklärt  haben!  Selbst  die  Geistlichkeit  trug  eine  Zeit
lang  die  Härte  geduldig,  womit  Orry,  unter  dem  Schutze
seiner  Gönnerin  Ursini,  die  Finanz=  Angelegenheiten  ordnen
zu  müssen  vorgab.

3.  Doch  Castilien  blieb  unerschütterlich  treu,  vielleicht
gerad  auch  deswegen,  weil  Aragonien,  Catalonien  und  Valenza
  abgefallen  waren,  und  noch  ehe  der  Marlboroughische

1703