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Die  Inquisition  wurde  eingeschränkt,  aber  die  Einschränkung
  bestund  nur  darin,  daß  ihre  Schlüsse  dem  königlichen
  Staatrath  zur  Ratisication  vorgelegt  werden  mußten.
Es  gab  doch  immer  Avtodasés.

Große  Anlagen  schienen  gemacht  zu  werden  für  die  Be-1720

  förderung  der  Wissenschaften;  mit  stattlichem  Apparat  wurde
eine  Akademie  der  Portugiesischen  Geschichte  gestiftet,  und
diesem  Institut  folgten  bald  noch  andere  ähnliche;  doch  man
darf  nur  untersuchen,  was  sie  geleistet  haben,  so  zeigt  sich
überall  viel  Wille  und  viel  Anfang,  ohne  einige  Vollendung.
Mönche  und  Klerus  blieben  gewiß  des  Königs  versichert,  der
über  dem  Bau  eines  einzigen  Klosters  Masra  seine  Finanzen
auf  Jahrzebende  lang  ruinirte.

3.  Das  Regierungs-Spsiem  wurde  also  im  Ganzen  fast
gar  nicht  gebessert.  Der  See=  und  Land-Etat  blieb  so  elend,
als  er  allen  Nachrichten  zufolge  schon  zur  Zeit  des  Spanischen
  Successionskriegs  sich  gezeigt  hatte.  Die  Colonien  wurden
  nicht  gehdrig  genutzt,  so  große  neue  Schätze  sie  auch  darboten.


In  den  neun  letzten  Jahren  seiner  Regierung  verdiente
Fohann  V.  den  Namen  eines  Kbnigs  immer  weniger;  er
ließ  den  Franciscaner  Caspar  (Aveiro)  unumschränkt  regieren.
Der  Portugiesische  Adel  befand  sich  dabei  sehr  gut,  und  mit
Heucheln  machte  man  sein  Gläck  bei  Hofe.

Joseph  Emanuel.  1750  —  1777.

geb.  1714.  6.  Jun.
verm.  1732.  mit  Mar.  Anna  T.  Kön.  Philipps  V.  von  Span.

starb  1777.  24.  Febr.
1.  Aller  Ruhm  und  aller  Tadel,  der  diese  Regierung
trifft,  gehört  dem  Minister  Don  Sebast.  Jos.  von  Carvalho,
  Graf  von  Oeyras,  Margq.  von  Pombal,  über