137

Befriedigung  des  kleineren  Adels,  daß  man  auch  alle  diejenige

  Beneficien  für  erblich  erklärte,  deren  Verleiher  Bischöfe
und  Acbte  und  andere  geistliche  oder  weltliche  Große  waren.

14.  Auf  alle  diese  großen  Veränderungen  hatte  das
Erscheinen  von  Pseud  Isidor  sehr  wenigen  Einfluß,  ungeachtet
  die  Wirkungen  desselben  auf  die  Hierarchie  des  Reichs
frühe  genug  empfunden  wurden.  Die  größten  dieser  Wirkungen
  aber  kamen  erst  nach  mehr  als  einem  Jahrhundert,
Viele  günstige  Umstände  mußten  nach  und  nach  zusammentreffen,
  bis  ein  olches  geschriebencs  Recht  über  alle  ältere
geschriebene  Rechte  und  über  alle  Observanzrechte  siegen  konnte.

15.  Weit  mehr  trugen  dazu  bei  die  Einfälle  und
schroöcklichen  Verheerungen  der  Normänner.  Dem
schwerlich  wären  ohne  diese,  mehrere  große  Herzogsstellen
so  schnell  entstanden,  und  schwerlich  würden  die  Großen  des
Reichs,  wenn  nicht  hohe  Norh  der  Reichsvertheidigung  sie
gezwungen  hätte,  schon  elf  Jahre  nach  dem  Tode  Karlésss
des  Kahlen  den  tapfern  Grasen  von  Paris,  Her  zog  Otto,
  einen  Herrn  Sächsischen  Stamms,  zu  ihrem  König  gewählt
  haben.

16.  Die  Karolinger  hielten  sich  zwar  auch  nach  Ottens
  Zeit  noch  ein  volles  Jahrhundert  lang;  ofsenbar
  aber  nicht  durch  sich  selbst,  sondern  nur  kraft  deẽ  eigenen
  Juteresse  der  Großen.  Wenn  nicht  eine  äußere  Noth,
wie  die  der  Normännischen  Eiufaͤlle,  da  war,  so  wünschten
die  Großen  keinen  salentvollen,  tapferen  Kdnig;  und  schon
vierzehen  Jahre  nach  Ottens  Tode  war  den  Normänni=  898
schen  Verheerungen  ein  Ende  gemacht.  Der  Normann  Rollo“
erhielt  als  Erblehen  vom  König  das  ganze  Land  vom  An“
dellesirom,  und  der  Eure  an  bis  ans  Meer,  und  diesem
neuen-Herzog  der  Normandic,  der  seit  der  Taufe  den  Ra-%


—
rdz