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neren,  getrennten  Vasallen  anfangen,  und  der  großen  so
lange  schonen,  bis  er  auch  gegen  sie  gewiß  stark  genug  geworden
  war.

So  kamen  jetzt  auch  zum  erstenmal  Appellationen  an  den
Konig  auf,  Apellationen  der  Untervasallen,  im  Falle,  daß.
ihnen  am  Hofe  ihres  Barons  Justizpflege  verweigert  worden
seyn  sollte;  und  dies  gab  die  erste  Gelegenheit,  daß  sich  der
König  in  die  inneren  Verhältnisse  der  großen  Vasallen-  Territorien

  mischen  konnte.

Noch  viel  größere  Folgen  aber  mußte  es  zugleich  veranlas.
sen,  daß  man  die  Gerichte,  die  der  König  als  König  hielt,
und  die,  die  er  als  Herzog  von  Francien  und  Neustricn  halten
  mußte,  nicht  genug  von  einander  schied,  und  OÖfficianten,
  sdie  dem  König  mehr  nur  als  Herzog  denn  als  König
zustunden,  als  königliche  Officianten,  ansah.  Selbst  die  hohen
Kronvasallen,  so  eifersüchtig  sie  sonst  auf  ihre  Vorrechte  warenvergaßen
  hier  gegen  eine  Gesahr  zu  wachen,  die  ihren  wichtigsten
  und  unbestreitbarsten  Freiheiten  drohte.

12.  Kön.  Philipp  August  ward  also  seiner  Macht
schon  so  sicher,  daß  er,  der  erste  seit  Hugo  Capet  nicht  mehr
udthig  fand,  seinen  Sohn  und  Nachfolger  noch  bei  seinen
Lebzeiten  krönen  zu  lassen.  Er  fieng  schon  an  Miethsoldaten
zu  halten;  er  gewann  schon  aus  Gelegenheit  seines

1190  Kreuzzugs  eine  Generalsteucr  (Saladinzehenden)  vom  ganzen
  Reich  wenigsiens  auf  ein  Jahr  lang,  und  selbst  gegen
Pabst  Innocenz  III.,  der  den  Kdnig  wegen  seiner  Ehehändel
ercommunicirte,  und  sein  ganzes  Reich  mit  dem  Interdict

1199  belegte,  öbehauptete  er  sich  mit  großem  Ansehen.

13.  Viel  aber  von  allem  diesem,  was  einmal  so  in  neuen
Gang  gekommen,  brachte  dem  König  unter  jeder  neuen  Regierung
  immer  größere  und  oft  neue  Vortheile.  Manche  neu-