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Es  haͤngt  mit  diesem  Wechsel  von  Meinungen  sehr  genau
  zusammen,  daß  unter  dem  Sohne  und  Nachfolger  Ludwigs
  IX.,  unter  König  Philipp  III.  dem  kühnen,
das  erste  Beispiel  von  Briefa  del  vorkommr,  und  es

ist  ein  noch  viel  gröheres  Signal  der  vorgegangenen  Ideen-Revolution,
  daß  man  kaum  ein  Menschenalter  nach  Ludwig
  IX.,  nicht  mehr  blos  von  Felonie,  sondern  von  Verbrechen
  der  beleidigten  Majestät  sprach.  Von  jetzt  an
wurde  es  sehr  geläufige  Vorstellung,  der  König  sey  Kdnig
und  Kaiser  in  seinem  Reiche.

20.  Doch  darf  man  sich  nicht  wundern,  wenn  es,  bei
allem  diesem  starken  Zuwachs  der  königlichen  Macht,  selbst
geschriebenes  Recht  blieb,  daß  der  Vasall  seinem  Herrn,
auch  im  Kriege  gegen  den  König  zu  folgen,  boch  verbunden
  sey,  falls  der  König  Justiz  verweigert  haben  sollte;  wenn
der  Landfrieden  und  die  Selbstrache  nur  durch  solche  Mittel
  erhalten  und  eingeschränkt  werden  konnte,  als  die  Ordonnanz
  la  Quarantaine  du  Roi  enthielt;  wenn  sich  noch  jeder
Vasall  als  seinem  Herrn  hörig  ansah,  und  den  Koͤnig
nur  für  den  Herrn  seines  Herrn,  nicht  aber  für  seinen  eigenen
  hielt.  Das  neue  war  erst  im  Werden;  es  waren  mehr
noch  als  blos  Spuren  des  Alten,  die  überall  hervorblickten,
und  Kdnig  Ludwig  1X.  versäumte  den  glücklichsten  Moment
seiner  Regierung,  der  ihn  mit  einemmal  nicht  nur  zum  mächtigen,
  respechirten  obersien  Lehensherrn,  sondern  zum  wahren
Kduig  gemacht  haben  würde.  Ohne  durch  irgend  eine  Noth
gedrungen  zu  fevn,  gab  er  in  dem  Frieden,  den  er  mit  Eng.:2
land  schloß,  vier  schöne  Provinzen  als  Lehen  an  England
zurück.  Schade,  daß  er  sie  nicht  mit  dem  Kronland  auf  ewig
consolidiri  batte!