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1302  zu  Paris  verbrennen  zu  lassen;  noch  war  es  ihm  ge-Hohr.
  nug,  die  päbsilichen  Schreiben  in  einem  Tone  zu  beantworten,
  der  nachher  nie  selbst  von  cinem  ketzerischen  Könige  nachgeahmt
  worden;  sondern  er  hielt,  zur  feierlichsten  Behauptung
  seiner  Königsrechte,  einen  großen  Convent  des  Reichs,
wie  nie  einer  bis  dahin  gewesen  war.  Ausser  dem  Clerus
und  Adel  mußten  auch  Städtedeputirte  erscheinen.  Man  sah
Wezum  erstenmal  drei  Stände  des  Reichs  beisammen,
  und  so  feudalrechtlich  es  vorerst  noch  aussah,  daß  die
Städtedeputirte  ihre  Antwort  auf  die  Propositionen  des  koͤ-niglichen
  Canzlers  knieend  übergaben,  und  daß  noch  zwölf
Fahre  nachher,  so  oft  auch  unterdeß  solche  General-Convente
wieder  gehalten  worden,  die  Städtedeputirte  vor  der  Bühne
stehen  mußten,  auf  welcher  der  König  nebst  den  beiden  höheren
  Ständen  in  seierlicher  Ordnung  umder  sassen,  so  nahm
doch  alles  in  kurzem,  seit  dieser  Epoche,  einen  großen  Umschwung.
  Philipp  selbst  würde  daß  gebrauchte,  ausserordentliche
  Mittel,  womit  er  sich  jetzt  Autorität  gegen  den  Pabst,
und  nachher  von  Zeit  zu  Zeit  neue  Stenern  zu  verschaffen
suchte,  genug  bereut  haben,  wenn  er  nur  volle  anderthalb
Jahrzehende  lang  die  neue  Epoche  überlebt  hätte.
.33  Auch  das  Project  der  Translation  des  päbsilichen
1305  Stuhls  nach  Frankreich,  das  bei  der  Wahl  Clemens  V.
über  alle  Erwartung  gelungen,  war  durch  jene  Pabst-Streitigkeiten
  veranlatzt  worden,  und  der  König  erfuhr,  gleich  bei
1307  seinem  habsüchtigen  Processe  gegen  die  Tempelherrn,  wie  gefaͤllig
  der  Pabst  in  Frankreich  seyn  müsse.  Der  Orden
1312  wurde  endlich  auf  der  Synode  zu  Vienne  durch  eine
Apri  päbstliche  Sentenz  aufgehoben.  Neunthalb  Monate  nach  der
134  Hinrichtung  des  Großmeisters  Jakob  Molay,  stirbt  Phi-Nr.
  lipp.