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entstanden,  ein  großes  Sittenverderbniß  war  eingerissen,  und
unter  der  Regierung  des  Sohnes  und  Nachfolgers  von  Phi-1350-lipp,
  unter  der  Regierung  des  schwachen  Kön.  Johann

1364  wurde  der  Druck  einer  übeln  Regierungs-Administration  bald
so  allgemein  gefühlt,  daß  sämmtliche  drei  Stände  des  Reichs
ihre  wechselsweise  Eifersucht  und  Klagen  vergassen,  und  für
eine  dauerhafte  Administrations-Reforme  sich  verci,
nigten.

1355  Sie  beschlossen  also,  Geld  genug  zu  verwilligen  zu  Führung
  des  Kriegs,  reservirten  sich  selbst  aber  alle  Hebung  und
Verwendung  der  verwilligten  Summen.  Jeder  der  drei
Stände  ernannte  Deputirte  zu  einem  perpetuirlichen  Ausschuß,
  der,  wenn  auch  der  Rrichstag  nicht  versammelt  sey,
dem  König  zur  Seite  seyn  sollte,  als  sieter  Rathgeber  bei
Krieg  und  bei  Frieden  und  bei  allgemeinen  Landesbeschwerden.
  In  jede  Bailliage  wurden  drei  siändische  Commissarien
geschickt;  um  über  der  verwilligten  Abthuung  drückender  Landesbeschwerden
  zu  wachen,  und  die  Hebungsofficianten  der
neuen  Steuer  wurden  ganz  allein  der  Jurisdiction  dieser  Commissarien
  subordinirt.  Auch  sollte  durchaus  niemand  von  den
neuen  Hülfstaren  (aides)  frei  seyn.

6.  Ein  so  ganz  neues  Sysiem,  dem  nnaufhörlich  die
Habsucht  der  Hofleute  und  das  eigene  Bedürfniß  des  Königs
entgegenarbeitete,  hätte  kaum  nur  mitten  im  Frieden,  durch
stete  Wachsamkeit  und  kundbare  Uneigennützigkeit  der  neuen
Administrateren,  erhalten  werden  können;  allein  der  Englische
Krieg  wurde  immer  gefährlicher,  und  noch  ehe  seit  sechs  Mo-1350

  naten  die  neue  Einrichtung  getroffen  war,  wurde  der  König

S#er  selbst  in  der  Schlacht  bei  Maupertuis  gefangen.

7.  Die  wilden  Freiheitsprojecte  aber,  die  der  Vorsteher
der  Pariser  Kaufmannschaft  Stephan  Marcel  erst  mit