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26.  Wirkungen  eines  solchen  25jährigen  Kriegs  auf  Nationaldenkart,
  Cultur  und  Landespolizei.  Der  Sinn  für  allgemeine
  Frciheit  gieng  unter  dem  Parthien-Gewühle  ganz
verloren;  nicht  einmal  das  Freiheitsgesühl  irgend  eines  einzelnen
  Standes  blieb  recht  lebendig;  und  das  Angedenken
der  sichersten  Rechte,  die  ehedem  theils  einzelne  Communen
theilc  ganze  Stände  gehabt  hatten,  verschwand  ganz.  Von
nun  an  war's  bloß  Parthiegeist,  und  gemöhnlich  nur
Parthiegeist  einzelner  Großen,  der  gegen  die  knigliche  Gewalt
  Agitationen  erregte.

1438  29.  Feierliche  Acceptation  der  Basler  Decrete  für  die
Franzoͤsische  Kirche,  auf  dem  Convent  zu  Bourges.  Bloß
der  Herzog  von  Bretagne  verweigerte  die  Annahme  derselben.

30.  Constikuirung  eines  neuen  hochsten  Tribunals  (Par-1443

  laments)  zu  Toulouse  für  die  Lande  von  Langue  d’oc  und

*W  sämmtliche  übrige  jenseits  der  Dordogne;  mit  ganz  gleicher
Gewalt,  als  das  Pariser  Parlament  in  seinem  noch  öbrigen
Jurisdictions-  Sprengel  behielt.  *!  6

1444  31.  Errichtung  der  Ordonnanz-Compagnien  und  Freischügen,
  als  kleiner  Anfang  einer  slehenden  königlichen  Armee.
  Daher  aber  auch  perpctuirliche  und  bald  willkührlich  gesteigerte
  taille.

32.  Alle  diese  und  viele  andere  neue  Anstalten  ließ  der
Koͤnig  mehr  nur  entstehen  und  werden,  als  daß  er  thaͤtig
und  eifrig  mitwirkte.  Er  wuͤrde  gern  bei  Agnes  Sorel
alle  seine  Regenten  =  Sorgen  vergessen  haben,  wenn  ihn  nicht

1450  selbst  der  Tod  dieser  seiner  Geliebtinn  hätte  daran
erinnern  müssen,  welch  kühner  Unternehmungen  sein  schänd-140

  licher  Dauphin  sähig  sey.  Seit  den  Zeiten  der  Praguerie
hatte  der  tückische  Sohn  nie  redlichen  Frieden  mit  dem  Vater
  gemacht.  Er  war  schon  bald  fünf  Jahre  lang  als  Flücht-