103

von  Guise  und  der  Connetable  Montmorenci  und  der  Marsch.

von  S.  Andre  zu  einem'  furchtbaren  Triumvirat  vereinigt
hatten,  treibt  die  Sache  schnell  zum  öffentlichen  Krieg.  Zu
Vassy  fließt  das  erste  Blut,  und  es  gelingt  den  Tri-  1562
umvirs,  nicht  nur  den  Koͤnig  Anton  von  Navarra  ganz  zuMiigewinnen,
  sondern  auch  der  Koͤniginn  Mutter  und  des  jungen

  Koͤnigs  so  sich  zu  bemächtigen,  daß  sie  den  königlichen
Namen  nach  Willkühr  gebrauchen  können.

6.  Hauptbegebenheiten  dieses  ersten  Religions-5°2
kriegs.  Bei  der  Belagerung  von  Rouen  bleibt  ——
von  Navarra.  Niederlage  der  Protestanten  bei  S.  Dreux,  15  Der.
wo  der  Marsch,  von  S.  Andre  bleibt,  der  Connetabel  von
Conde's  Leuten,  und  Conde  vom  Sohne  des  Connetable  gefangen
  wird.  Coligny  rettet  sich  mit  dem  Ueberrest  der
geschlagenen  Armee  nach  Orleans,  und  vor  Orleans  wird
Herz.  Franz  von  Guise,  von  einem  jungen  Hugonottischen
Edelmann  Poltrot  meuchelmörderisch  erschossen.  Ihm  1563
folgt  in  seinen  Aemtern  und  in  seinen  Hoffnungen  sein  Sohngebr.
Herzog  Henrich  von  Guise.

7.  Diese  mannichfaltigen  Todesfälle  machen  einen  neuen
Religionsfrieden  möglich,  den  das  Edict  von  Amboise
enthält.  Allein  nur  im  ganzen  Bezirk  von  Paris  sollte  kein  1563
gottesdienstlicher  Convent'der  Hugonotten  seyn.  M.

8.  Zweiter  Religionskrieg,  veranlaßt  durch  die  1567
trauten  Communicationen  der  Königinn  Mutter  mit  dem
Herzog  von  Alba,  der  in  den  Niederlanden  das  schon  auszuföhren
  anfieng,  wovon  zu  Bayonne  gesprochen  worden.
Conde's  und  Coligny's  Entwurf,  den  König  und  ganzen  155
Hof  aufzuheben,  mißlingt;  die  Schlacht  bei  S.  Denis,  166=in
  der  der  Connetable  Montmorenci  blieb,  gieng  für  sie  verNot-Spittler's

  semmtl.  Werke.  III.  Vd.  13