200

dessen  Namen  vorerst  gegen  Navarra  gespielt  wurde,  sollte

den  Uebergang  zu  dieser  großen  Revolution  leichter  machen.

1588  7.  Tractat  von  Nemours  zwischen  den  Ligi-Jul.

  sten  und  dem  König  geschlossen.  Nun  erhalten  die

Ligisten  10  Sicherheitsplätze  im  Reich,  den  Hugonotten

werden  die  ihrigen  abgefordert,  und  bei  schwerer  Strafe

sollte  alles  im  Reich  katholisch  werden.  Der  Krieg  zwi-188

  schen  der  ligistischen  Parthie,  der  der  König  sfolgen  muß,

Aus.  und  der  Hugonottisch-Bourbonischen  Parthie  dauert  unter
4Moiesache  Abwechslungen,  vier  Jahre  lang.

8.  Unterdeß  entwickeln  sich  die  inneren  Verhältnisse
  der  ligistischen  Parthie  selbst  hochst  gefährlich
für  den  König,  und  sowohl  durch  Spanische  als  päbsiliche
Cabalen  wird  diese  Entwicklung  befördert.  Zu  Paris  entstund
  die  Ligue  der  Sechzehner,  durch  die  der  ganze  alte
Bund  neuen  Muth  und  neue  Elasticität  gewann,  und  das
Ariom  dieser  Parthie  war,  einem  so  schwachen,  treulosen
König  als  Heurich  III.  sen,  könne  man  nie  trauen,  die

katholische  Religion  sey  unter  ihm  stets  in  Gefahr,  einem
augenblicklichen  Interesse  aufgeopfert  zu  werden.

9.  Wie  sich  der  König  gegen  die  wilden  Agitationen  dieser
  engeligirten  Pariser  Bürger  durch  Truppen,  die  er  in
die  Stadt  zog,  zu  sichern  suchte,  entsteht  eine  große  Insurrcc.

½½88  tion.  Kaum  rettet  er  sich  noch  aus  der  Stadt,  und  Henrich

Miion“  Guise,  der  durch  seine  Faction  von  der  Stadt  und  von
der  Bastille  Meister  geworden,  ändert  die  Obrigkeiten  in
Paris  nach  seinem  Gutdünken.  Der  Plan  schien  ganz  reif
zu  seyn,  den  letzten  Palois  wie  ehedem  den  letzten  Merovinger
  ins  Kloster  zu  sperren.

10.  Der  König  willigt  aber  in  alles,  was  die  ligistische
Mrthie  nur  fordern  mochte.  Alle  Akatholiken  sollten  ausgec-