336

3.  Seine  Erbtochter  Maria,  mit  Maximilian  dem  Er-1477
  ben  der  Oesterreichischen  Staaten  vermählt,  zeugte  einen
1497  einzigen  Sohn  Philipp,  der  durch  seine  Vermählung  mit
der  Spanischen  Erbprinzessinn  Johanna,  die  Vereinigung  dieser

  Lande  mit  Spanien  veraulastte.

4.  Philipps  Sohn,  Kais.  Karl  V.,  vereinigte  vollends
alle  Niederländische  Provinzen.  Dem  Herz.  Georg  von
1515  Sachsen  kaufte  er  seine  Rechte  auf  Friesland  ab;  die  von
1528  Ober-Assel  ergaben  sich  ihm  selbst;  der  Bischof  von  Ut-1528
  recht  cedirte  seine  wellliche  Stiftsherrschaft  freiwillig;  der  Herzog
  von  Geldern  mußte  den  Abfall  der  Gröninger  gutheis-1536
  sen,  und  endlich  huldigte  auch  Gelderk  und  Zuͤtphen,  deun
1544  Herz.  Wilh.  von  Cleve,  der  nach  Karl  Egmonds  Tod
1538  folgen  sollte,  konnte  das  Land  nicht  behaupten.

5.  Großer  Plan  Karls  V.,  alle  diese  Provinzen  und
Staaten,  deren  jeder  seine  eigene  Verfassung  und  Rechte
hatte,  nach  und  nach  zu  einem  Staat  zu  vereinigen.  Es
konnte  aber  bloß  durch  manche  neue  Einrichtungen  darauf
vorbereitet  werden,  denn  nicht  nur  waren  die  Provinzen
unter  einander  selbst  in  Rechten  und  Verfassungen  gar  zu
verschieden,  sondern  auch  die  wichtigsten  derselben  schied  ein
uralter  wechselseitiger  Nationalhaß,  und  die  Freiheitsliebe  der
Niederländer  war  zu  reizbar,  um  nicht  die  Absichten  der  gesuchten
  willkührlicheren  Gewalt  unter  dem  Scheine  von  besserer
  Uniformität  frühe  genug  zu  entdecken.  Die  Landesfreiheit
  verlor  ohnedieh  genug  dadurch,  daß  alle  diese  Länder
  einen  Herrn  hatten,  und  manche  der  stärksten  Verlecungen
  derlelben  mußten  ungerügt  bleiben,  weil  die  Franzsischen
  Kriege  dieselbe  bald  zu  begünstigen,  bald  nothwendig
  zu  machen  schienen,  Auch  geschah's  ost  Gott  und  der