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ohne  erst  das  Resultat  des  General-Convenks  abzuwarten,
konnte  jede  Provinz,  wo  Wilhelm  Statthalter  gewesen,  ihrer
eigenen  Souverainelaͤt  zufolge,  die  Statthalterschaft  unbesetzt
lassen  oder  auch  fuͤr  sich  neu  besetzen.

11.  Auf  dem  General-Convent  selbst  suchte  man  sich
nur  zu  vereinigen,  wie  es  kuͤnftighin,  da  nun  fast  alle  Provinzen
  ohne  Statthalter  waren,  bei  Entscheidung  der  Streitigkeiten
  der  Provinzen  unter  einander  gehalten  werden  sollte.
Das  Religionswesen  betreffend  erklärte  man  ssch  gegen  einander,
  daß  jede  Provinz  in  ihrem  Territorium  die  reformirte
  Religion  schützen  wolle,  wie  sie  durch  die  Dordrechter  Synode
  bestätigt  worden;  und  das  Militair  wurde  theils  den
General=  Staaten,  theils  den  Ständen  einzelner  Probinzen
so  gethellt  subordinirt,  sdaß  in  Friedenszelten  keln  General=Capitain
  nöthig  zu  sepn  schien.

12.  Krieg  mit  der  neuen  Republik  England.  Ob  Trompi652.
oder  Blake  ihn  angefangen,  ist  ungewiß,  aber  offenbar  wollte
Cromwel  eben  so  gerne  Krieg  haben,  als  Holland  ihn  zu  vermeiden
  suchte.  Nie  sind  in  irgend  einem  Seekriege  in  so  kurzer
  Zeit  so  viele  „große  Schlachten  vorgefallen  als  in  diesem.
Bei  Schliessung  des  Friedens  bestund  Cromwel  dar  1654.
auf,  daß  die  Staͤnde  von  Holland  und  Westfriesland  in  einer  N54.
besondern  Acte  die  Erklaͤrung  thun  mußten,  nie  den  Prinzen
von  Oranien  oder  einen  seiner  Nachkommen  zum  Statthalter
ihrer  Provinz  zu  wählen,  auch  nie  bei  der  General-Capitains-Wahl
  ihre  Stimme  ihm  zu  geben.  Der  neue  junge  Lanb-Spndikus
  von  Holland,  Jo.  de  Witt,  mochte  wohl
biese  Acte  van  seclusie,  ble  hbrigens  1662.  wieder  aufgehoben
  worden,  in  England  selbst  stattlich  befördert  haben,  aber
angegeben  hat  er  sie  gewitz  nicht.  Zwanzlgjährige  Admini-1653.
stration  dieses  großen  Staatsmannes.  1672