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ohne  Rettung  verloren.  Sie  war  auf  einen  Landkrieg  gar
nicht  gerüstet,  und  gegen  diesen  Angriff  würde  sie  sich  kaum
genug  haben  rüsien  konnen.  Denn  während  daß  Ludwig  XIV.
selbst  vom  Cölnischen  her  mit  einer  großen  Armee  eindrang,
griff  England  auch  zur  See  an,  und  die  Cölnischen  und  Mönsterischen

  Truppen  fielen  in  Ober-Asel  und  Gröningen  ein.

Der  einzige  aber,  der  helsen  wollte,  Churfürst  Friedrich  Wilhelm
  von  Brandenburg,  mußte  bald  zu  Vossem  einen  Neutralitäts=
  Tractat  schliessen.

2.  Zwar  hielt  sich  die  Holländische  Flotte  trefflich,  und
Rupter  behauptele  sich  siegreich  selbst  gegen  die  vereinigte,
Englische  und  Französischen  Flotten;  aber  die  Progressen  der
Französischen  Landarmce,  bei  der  Ludwig  XIV.  selbst  war,
schienen  unaufhallbar.  In  Geldern,  Utrecht  und  einem  grossen
  Theile  von  Holland  ergab  sich  alles  innerhalb  einiger  Monate
  mit  unbegreiflicher  Muthlosigkeit,  und  der  Bischof  von
Münster  zwang  die  Provinz  Ober-  Dfsel,  der  Utrechter  Union
  ganz  zu  enksagen.  Ein  Glück,  daß  die  Holländer  noch  so
eben  zuvorkamen,  Muyden  zu  besetzen,  und  Ludwig  XIV.
lieber  dem  Rath  seiner  stolzen  Minisier  als  dem  des  klügercn
Conde  und  Turenne  folgke.

3.  Prinz  Wilhelm  erhielt,  noch  unmittelbar  vor  dem

1673.

1672

Franzoͤsischen  Einfall,  das  Commando  der  Armee,  und  21.

bald  wurden  auch  die  Magistrate  in  Holland  durch  Volks-Insurrectionen
  gezwungen,  ihn  als  Statthalter  von
Holland  anzunehmen.  Hdochst  ungerechter  Proceh  gegen

Febr.

3.

den  Bruder  des  Holländischen  Land-Syndikus,  gegen  Corn.  dul.

de  Witt,  Burgermeister  zu  Dordrecht.  Jo.  de  Witt  selbst  legt
seine  Stelle  nieder.  Abscheuliche  Ermordung  beider  Bruͤder

durch  den  aufgehetzten  Poͤbel  im  Haag.  Der  Prinz  erhaͤlt  vongc;.