Erblaͤndern  in  Uechtland  und  in  Kleinburgund  besessen,
brachte  seine  Schwester  Agnes  an  das  Haus  Kyburg;  aber
leine  Reichs--Statthalterschaften  und  Reichsvogteien  blieben
unbesetzt.  Nun  hatten  die  Habs  burger  in  Nordhelvetien
und  die  von  Savoyen  im  sädwestlichen  Theile  des  Landes
freieren  Spielraum.  Viele  bleinere  Herren  und  Gemeinheiten
suchten  ihren  Schutz,  weil  doch  der  Deutsche  König  damals
keinen  Schutz  gab;  viele,  die  sich  wobl  selbst  noch  geschützt
hätten,  mußten  ihren  Schutz  annehmen;  es  war  eine  Zgeir,
da  die  Stärke  das  Recht  gab,  und  der  tapferste  der  mäch,
tigste  wurde.  Nie  war  aber,  seit  den  schönsten  Zeiten  der
Zähringer,  ein  so  mäch:iger  Herr  in  Helvetien  gewesen,  als
Graf  Rudolf  von  Habsburg  geworden  war,  seit  daß
ihm  die  Güter  selues  Odeims,  des  alten  Gr.  Hartmann
von  Kyburg  zugefallen  waren.  1204
8.  Auch  konnte  sein  Haus,  so  wie  er  es  krieb,
leicht  immer  mächtiger  werden.  Er  hielt  selbst  noch  als  1273
König  das  Recht,  und  versuchte  nicht  die  freien  Reichsleute
  zur  Unterwerfung  zu  zwingen,  sondern  er  zeigte  ihnen
nur  recht  anlockend  die  Vortheile  derselben.  Aber  sein  gieriger
  Sohn  Albrecht  triebs  zum  Ausbruch,  denn#er  wollte
schnell  vellenden,  was  nur  Zeit,  und  Gelegenheit  und  lang
same  Klugheit  stille  vollenden  konnten.  Die  schwer  gebränkten
  Mißvergnügten  vereinigten  sich  endlich  zur  gemeinsamen
Besprechung.  In  der  Nacht  Mirtwoch  vor  Martinstag
  kamen  in  einer  einsamen  Gegend  am  User  des  Wald-  zustetter=
  Sees,  nicht  weit  von  der  Gränze  zwischen  Uri  und“  *“
Unterwalden  33  redliche,  tapfere  Landmänner  zusammen,
unter  denen  Fürstaus  Uri,  Stauffacher  aus  Schwyz
und  Melchthal  aus  Unterwalden  das  Wort  führten.
Sie  schwuren  alle,  die  uralle  Freiheit  gegen  neugesuchtes