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auch  schienen  des  Friedens  genießen  zu  wollen;  denn  im
1393  Bundes-=  Vertrage  zu  Sempach  wurden  nicht  nur  alle
particulär  Feindseligkeiten  verboten,  sondern  auch  Kriegszucht
  geordnet,  so  gut  sich  thun  ließ,  und  manche  Zwisie,
die  leicht  unter  ihnen  selbst  hätten  entstehen  können,  waren

1370  schon  vorher  durch  den  Pfaffenbrief  ausgehoben.

1415  5,  Der  nächsi  darauf  folgen  de  Krieg  mit  Habsburg-Oesterreich
  hatte  auch  eine  andere  Veranlassung,  als
alle  vorhergehende;  es  war  kein  Krieg  der  Nothwehr  oder
Rache,  sondern  ein  Beutezug.  Der  Bund  war  vom  Postnitzer
  Concilium  und  vom  Kaiser  aufgefodert  worden,  den
gebannten  und  geächteten  Herzog  Friederich  von  Oesterreich-Tprol
  seiner  Länder  zu  berauben.  Zürich,  Bern  und  Lucern
machten  dabei  für  sich  Eroberungen;  manche  andere  schöne
Stücke  Landes  aber,  worunter  auch  die  Grasschaft  Baden  war,
eroberten  und  behielten  die  Conföderirten  insgemein,  denn
Kais.  Sigismund  gönnte  diesen  und  jenen  die  Beute,  so  bald
er  selbst  eine  mäßige  Geldsumme  erhielt.

6.  So  wuchs  Macht  und  Ansehen  des  Mundes  bald
durch  Tapferkeit  der  Conföderirten,  bald  durch  kluge  Erwerbung
  trefflicher  Pfandschaftstücke,  die  dieser  und  jener  Bundesgenosse
  erhiclt"),  bald  durch  neue  Allianzen,  die  einzelne
oder  mehrere  Verbündete  schlossen.  Es  war  ein  machtiges
Gedeihen  in  allem,  so  wenig  auch  irgend  ein  Plan  da  war,
und  so  wenig  auch  die  Fehler  der  ersten,  zufällig  gebildeten
Confdderationen  durch  eine  neue  vollkommnere  Organisirung
verbessert  wurden.  Es  blieb,  so  sehr  auch  der  Bund  an
näher  und  entfernter  verbundenen  Alliirten  wuchs,  der  alte
lose  Zusammenhang,  der  mehr  nur  auf  gemeinschaftlichem

*)  1423.  Gr.  Kphurg  den  Jürichern  verpfändet.