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sitzungen  mußte  nothwendig  die  Landes=  Cultur  immer  mehr
verlieren.

Doch  wer  konnte  überhaupt  Reiz  zum  Ackerbau  haben,  da
es  überall  an  freien  Leuten  gebrach,  der  Sklaven-Ankauf  bei
den  abnehmenden  siegreichen  Kriegen  immer  theurer  wurde,
und  wenig  Kornabsatz  statt  fand.  Denn  die  Consumtion  in
den  Land-Städten  verminderte  sich  immer  mehr,  die  volkreiche
  Hauptsiadt  des  Landes  versah  sich  aus  Sicilien  und
Afrika,  und  weit  der  größte  Theil  ihrer  Einwohnet  erhielt
fein  Korn  unentgeldlich  aus  den  Staats-Magazinen.

Unstreitig  gab  zwar  gegen  alle  diese  tiefwirkende  Uebel
immer  doch  noch  einigen  Ersatz,  daß  die  Central-Regierung
der  ganzen  großen  reichen  Monarchie  in  diesem  Lande  sich
bef  and,  aber  auch  dieser  Ersatz),  so  dürftig  er  für  sich  selbst
war,  verlor  sich  vollends  schon  seit  mehr  als  einem  Menschenalter
  vor  Constantin.

Nicht  also  die  Barbaren  haben  Italien  zu  Grunde  gerichtet;
  die  Römer  selbst  thaten's.  Freilich  geschah  seitdem
Neu,  Rom  erxistirte,  vollends  gar  nichts  mehr,  um  dem  334
entvoͤlkerten,  veroͤdeten  Lande  zu  helfen.

2.  Selbstꝰ  der  Westgothe  Alarich,  nach  Rhadagaisus
der  erste  große  Hordenfuͤhrer,  der  in  Italien  einbrach,  sah
nach  der  Eroberung  von  Rom,  daß  er  mit  seinem
Heer  in  einem  so  veröoͤdeten  Lande  sich  nicht  halten  koͤnne,  100
wenn  er  nicht  auch  Sicilien  und  Afrika  habe,  woher  das
Korn  zum  täglichen  Unterhalt  kommen  mußte.  Auch  sein
Schwager  Adolf,  der  nach  seinem  Tode  als  Anfährer
folgte,  ließ  sich  leicht  bewegen,  aus  Italien  hinweg  ins  kultivirtere
  Gallien  zu  ziehen,  und  selbst  Attila  hätte  wohl  452
nach  seiner  Weise  nur  einen  Beutezug  über  Rom  her  gemacht.
Allein  schon  auf  der  Gränze  des  Mantuanischen  und  Vero-