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konnte,  kam  schon  aus  Pannonien  ein  großer  Schwarm
von  Östgothen,  und  brach  in  Italien  ein.  489

4.  Theoderichs  Eroberung  von  Italien.  Oboacer
aber  behauptet  sich  fast  drei  Jahre  lang  in  Ravenna,  und
fiel  endlich  durch  die  Treulosigkeit  seines  Ueberwinders.
  Sechzig  Jahre  lang  stund  Italien  unter  Ost,  r*n——
gothischer  Herrschaft;  zum  Glück  regierte  Theoderich  selbsi  März
30  Jahre  lang.

5.  In  der  Verfassung  des  Landes  wurde  wenig  durch
ihn  geändert,  noch  immer  blieb  die  alte  Organisation,  wie
sie  im  letzten  Jahrhundert  der  Römischen  Herrschaft  gewesen.
Bevölkerung  und  allgemeiner  Wohlstand  aber  gewannen  sehr,
denn  Theoderich  war  ein  großer  trefflicher  Regent,  der  die
Künste  des  Friedens  wie  die  des  Krieges  verstund;  auch  war
für  ein  Land  so  entvölkert,  als  damals  selbst  die  schönsten
Gegenden  Italiens  waren,  eine  Einwanderung  von  mehr
als  500,000  Menschen,  die  sich  im  ganzen  Lande  verbreiteten,
gewiß  ein  außerordentlicher  Gewinn.  Alte  und  neue  Einwohner
  des  Landes  vermischten  sich  zwar  nicht  zu  einer  Nation,
und  bis  die  neue  Landesherren  befriedigt  waren,  bis  sie  ihr
Drittheil  des  urbaren  Landes  hatten,  mochte  mancher  der
alten  Landes-Einwohner  zu  Grunde  gehen.  Doch  ward  bald
wieder  Sicherheit  und  Ruhe  und  Stille,  und  durch  die  Vor—
sorge  der  neuen  Regierung  stieg  der  Ackerbau  so  schnell,  daß
Italien  in  kurzem  keiner  Kornzufuhr  mehr  bedurfte.  Je  mehr
sich  auch  Theoderichs  Reich  diesseits  der  Alpen  und  jenseits
der  Sicilischen  Meerenge  verbreitete,  je  vortheilhafter  war  es
fuͤr  Italien,  denn  hier  im  Lande  blieb  doch  die  Residenz.

M.  A.  Cassiodori  Variarum  L  XII.  (noch  am  besten,  ob  schon

weit  nicht  so,  wie  es  seyn  sollte,  in  der  Collection  aller  seiner
Werke,  die  der  Benedictiner  Garet,  Nouen.  1679.  2.  B.  Fol.