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Lombardische  Reich  selbst,  und  die  großen  inneren  Revolutionen,
  die  das  letztere  Reich  unaufhoͤrlich  litt,  verzoͤgerten
einen  entscheidenden  Ausgang,  der,  Kraft  mit  Kraft  verglichen,
  sgleich  in  den  paar  ersten  Jahren  nicht  haͤtte  fehlen
sollen.  Alboin  wurde  bald  von  seinen  eigenen  Leuten  er-573
  mordet;  auch  sein  Nachfolger  Clephis  fiel  durch  gleiche
574  Hüände.  Das  Reich  theilte  sich  alsdann  zehen  Jahre  lang
unter  30  Herzogen,  unter  welchen  nachher  die  von  Friaul,
Spoleto  und  Benevent  immer  die  mächtigsten  unabhän-585
  gigsten  blichen.  Erst  unter  Koͤn.  Autharis  milderte  sich
az  allmälig  der  öffentliche  Zustand,  und  ungefähr  vierzig  Jahre
nach  der  Eroberung  des  Landes  ließ  Kön.  Rotharis  die
Rechts-Observanzen  und  Rechts-Institute  seines  Volks  schriftlich
  aufsetzen.

Die  Geschichte  des  Longobardischen  Reichs  in  Italien  hat  besonders
  in  Beziehung  auf  das  chronologische  Detail  der  Begebenheiten,
  selbst  nach  den  neuesten  Bemühungen  der  Italiänischen
Gelehrten,  noch  immer  manche  große  Schwierigkeiten.  Der
Diakon  Maul  Warnefrieds  Sohn  (st.  c.  797.)  ist  der  einzige
  Chroniste,  der  hier  sicher  gebraucht  werden  kann,  und  leider
  hat  sich  dieser  um  die  Chronologie  und  genaues  Detail
wenig  bekümmert.  Man  muß  also  die  einzelnen  Data  aus
Urkunden  zusammenlesen,  und  diese  geben  wenig  Licht  für  die
allgemeine  Geschichte,  sondern  nur  für  die  Geschichte  dieses  und
jenes  Herzogs.  Offenbar  hat  sich  aber  die  Landes=  und  National-Ges
  dichte  dieses  Volks  in  der  noch  sogenannten  Lombardei
  ganz  anders  entwickelt,  als  in  den  großen  Herzogrhümern,
  die  sich  in  Mittel,  und  Unter-Italien  fanden,  und
man  muß  höckst  vorsichtig  von  diesen  auf  jene  oder  von  jener
auf  diese  schliesen.  Es  ist  daher  viel  Verwlrrung  durch  einige
rüstige  Italiänische  Gelehrte  entstanden,  die,  wie  selbst  Zanetti,
  so  gleich  ganze  Geschichten  da  schreiben  wollten,  wo
man  bloß  fragmente  sammeln  und  sorgfältig  zu  Rath  halten
muß.  Hätten  wir  nur  mehrere  Beiträge  der  Art,  wie  folgendes
  Werk  lieferte: