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bardische  Herzog  von  Benevent  erhielt  sich,  so  lange
Karl  lebte,  nicht  unabhängig.  Nichts  blieb  den  Griechen
übrig,  als  ungefähr  ein  Drittheil  des  heutigen  Königreichs
Neapel,  das  unter  einem  Gouverneur  siund,  den  sich  die
Neapolitaner  selbst  wählren.  Die  alten  unaushbrlichen  Kriege
  konnten  also  endlich  aufhören.  Selbst  die  Aristokraten=Fehden
  der  Lombarden  unter  einander  mußten  bei  einem  so
mächtigen  König  bald  ein  Ende  gewinnen,  u..d  wie  sich  jetzt
alles  zu  einer  abgemesseneren  Verfassung  vorzubereiten  schien,
so  konnte  auch  die  hoͤhere  Kultar,  die  schon  in  einem  Theil
des  Franken-Reichs,  war,  leicht  ins  Lombarden-Reich  sich
verbreiten.

15.  Allein  kein  Reich  des  ungeheueren  Umfangs,  wie
das  Karolingische  war,  kann  lange  Zeit  bestehen,  vollends
wenn  seine  Theilnehmungs=  und  Suoccessions-Gesetze  höchst
willbührlich  sind.  Bald  zankten  sich  Karolingische  Descendenten
  unter  einander,  wer  von  ihnen  das  Lombarden-Reich
und  die  Souverainetät  über  Rom  haben  sollte,  und  bald
erhuben  sich  wieder  unter  diesen  Entzweiungen,  auch  im
Lombarden-Reiche  selbst,  theils  neue,  theils  altere  mächtige
Aristokraten.  Ein  neuer  Herzog  von  Friaul  ent,  850
stund,  und  der  alte  nie  unterdrückte,  mächtige  Herzog
von  Spoleto  wollte  sich  ihm  gleich  halten.  Beide  hatten
ihren  Anhang,  beide  suchten  die  Krone,  wie  der  ächte
Karolingische  Stamm  ausstarb.  Da  auch  der  un-888
ächte  Karolinge,  der  Deutsche  König  Arnulf  auf  eine  kurze
Zeit  siegte,  so  eröffnete  sich  doch  nach  seinem  Tode  ein  neuer,
gleich  heftiger  Parthiekampf,  und  dem  mächtigen  Herzog  von
Friaul  das  Gleichgewicht  zu  halten,  wurde  König  Ludwig
von  Provence  als  König  nach  Jtalien  gerufen.  900

16.  Fast  dritthalb  Meuschenalter  hindurch  888