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aber  war  gewiß  die  Sonverainetät,  die  Otto  und  seine  Nachfolger
  zu  Rom  und  im  Rdmischen  Ducat  erhielten,  weit  nicht
mehr  jene  alie  bohe  Souverainetät,  die  Karl  der  Große  dort
gehabt  hatte,  wenn  auch  schon  Otto  l.  und  seine  Nachfolger
oft  zugriffen.  Nicht  nur  hatten  sich  seit  drei,  vier  Generatio--nen
  die  Mein  ungen  der  Menschen,  was  ein  Rdmischer  Bilchof
  sey,  gewaltig  geändert,  sondern  auch  in  den  Zeiten  der
großen  Unruhen  und  Anarchie,  waren  zu  Rom  maächtige
Baronen  -  Familien  entstanden,  die  zwar  heftig  gegen  einander
  selbst  kampften,  aber  schuelle  genug  unter  sich  einig
wurden,  so  bald  einmal  der  König  aus  seiner  Entfernung
kam,  und  seine  Autorität  recht  gründen  wollte.  Auch  mußte

oszwährend  der  langen  Minderjährigkeit  Ottens

996  III.  viel  von  dem  wieder  verloren  gehen,  was  sich  von  neuer
Kdnigs-Autorität  unter  Htten  I.  und  Otten  II.  allmälig  gebildet
  hatte;  doch  hub  sich  die  Bevölkerung  und  Cultur  des
Landes  seit  der  Ottonen  Regierung  ununterbrochen.

18.  Es  war  nemlich  dem  Lande  sehr  vortheilhaft  gewesen,
  daß  Kais.  Otto  J.  und  sein  Sohn  Otto  II.  große  Länderschenkungen
  an  die  Geistlichkeit  gemacht  hatten,  denn  der
Landmann  mußte  in  jenen  Zeiten  bald  finden,  daß  unter
Krummstab  gut  wohnen  sey.  Ueberdieß  gieng  die  alte  Comitat=
  Verfassung  jetzt  fast  ganz  zu  Grunde,  weil  viele  der
großen  Proprietairs,  die  ehedem  alle  unter  dem  Comes  gestanden,
  große  Privilegien  erhalten,  und  in  kleineren  Sphären
  eigene  Comitate  gebildet  hatten.  Es  ward  ein  Gedeihen,
wie  es  immer  zu  werden  pflegt,  wenn  sich  die  größeren
Massen  in  kleinere  Portionen  zertheilen,  und  so  viele  bffentliche
  Ruhe  da  ist,  daß  sich  Thätigkeit  und  Industrie,  auch
im  kleineren  Kreise  sicher  belohnen  können.  Das  alte,  große
Cammergut  des  Kbnigs,  das  viel  zu  groß  war,  um  recht