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ten  Italien  fortdauernd  zu  einem  so  sturmvollen  Lande,  als
es  schwerlich  gewesen  seyn  würde,  wenn  eine  ordentliche
Theilung  in  mehrere  stete  Erbfürstenthümer  statt  gehabt  härte.

28.  Allein  mitten  unter  diesen  Stürmen  blühten  Manufacturen,
  und  Handel  und  selbst  Künste  und  Wissenschaften
  mächtig  empor,  denn  es  waren  mehr  nur  Fehden,
  als  hurtnäckige  langedaurende  Kriege,  und  ein  großer
Theil  der  Gesellschaft  genoß  doch  unter  dem  Schutze  der
Stadtmauern  immer  so  viel  Ruhe,  als  nothwendig  war,
um  die  Früchte  der  allgemeinei  Betriebsamkeit  zur  Reife
bringen  zu  können.  Manches,  gedeiht  auch  im  demokratischen
  Gedränge  fast  besser  als  beizeinem'ruhigen  gesellschaft.
lichen  Zustand;  weil  Menschen,  die  einmal  in  Leidenschaft
gesetzt  sind,  alles  mit  entscheidender  Energie  angreifen,  und
im  großen  Gedränge,  wo  jeder  fühlt,  daß  bloß  seime  Kraft
ihm  nützt;  jede  Krast  zur  Wirksamkeit  gereizt  wird..  Ueberdies
  konnte  der  letzte  allgemeine  Gewinn  hier  leicht  groß
werden,  so  viel  auch  des  einzelnen  Unrechts  war,  weil  eine
Menge  gläcklicher  Localverhältnisse  mehr  die  Entwickelung
der  guten  als  nachtheiligen  Folgen  dieses  Zustandes  beförderten.
  Thätigkeit  und  Wohlhäbenheit  vertheilten  sich  in
ungefähr  gleichem  Maße  durch  das  ganze  Land;  denn  keine
Hauptstadt  war  da,  die  alles  anzog,  und  auch  Mailandt,
obschon  die  volkreichste  und  uͤppigste  von  allen,  hatte  weder
in  ihrer  Lage  noch  in  ihren  politischen  Verhältnissen  solche
Vortheile,  daß  sie  Monopolien-Rechte  ansprechen  konnte.
Selbst  die  Mönche  haben  damals  in  Italien  viel  zur  allgemeinen
  Industrie  beigetragen,  und  in  keinem  andern  Lande
fand  sich  je  ein  Beispiel,  wie  das  der  Humiliaten  war.
Ihnen  vorzüglich  haben  die  Lombardischen  Tuchfabriken  ihr
Aufkommen  zu  danken.