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die  Emigranten-Chefs  so  bielfache  Verbindungen  zu  Hause,
daß  die  Regeneration  ihrer  Parthie  oft  wieder  eben  so  unerwartet
  und  schnell  vollendet  war,  als  ehedem  ihre  Vertreibung.


So.  bald  also  ein  Deutscher  Koͤnig  erschien,  machte  ihn
gewiß  eine  der  beiden  Factionen  dem  Scheine  nach  zum
Schutzpatron.  So  gewann  Henrich  VII.,  der  erste  Deutsche
  König,  der  nach  mehr  als  50  Jahren  wieder  nach  1312
Italien  gezogen,  eine  kurzdaurende  große  Autoritaͤt.  Auch
Ludwig  der  Baier  erhielt  sie;  doch  die  Autorität  konnte
nie  zur  Macht  werden,  denn  dieser  und  jener  erfuhr  bald
genug,  daß  auch  die  Gibellinen  nur  deswegen  Cäsariner
seyen,  um  die  Welfen  oder  Schwarzen  böllig  unterdrücken
zu  können.

33.  Gewöhnlich  übertrug  aber  der  Kaiser  die  Ausübung
aller  seiner  Kdnigsrechte  in  ganzen  Distrikten  und
Städten,  einem  der  mächtigeren  Grafen,  oder  einem  der  demagogischen
  Chefs,  dem  er  vorzüglich  wohl  wollte,  unter
dem  Namen  Vicariat.  So  willkührlich  es  anfangs  schien,
wem  er  den  Vicariat  geben  wollte,  so  bald  entstunden  doch
auch  hier  gewisse  Nothwendigkeiten,  und  so  unbedenklich
anfangs  diese  Uebertragung  gewesen,  so  gefährlich  wurde  sie
für  die  Rechte  des  Kaisers,  so  bald  auch  hier  Nothwendigkeit
  einschlich.

34.  Doch  den  größten  Fehler  begieng  Kaiser  Wenzel,
daß  er  den  ehrgeizigen  Johann  Galeazzo  Visconti  1305
zum  Herzog  der  Lombardei  oder  von  Mailand  Mait
machte.  Eine  Menge  der  schönsten  und  blühendsten  Lombardischen
  Städte,  wo  die  Visconti,  erst  nach  schwerem  hartem
  Kampf  mit  denen  Della  Torre,  theils  durch  freie
Wahl  der  Bürgerschaft,  theils  durch  die  vom  Kaiser  erhal-