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teuen  Vicariate  öder  selbst  auch  mit  Gewalt,  die  höchste
Macht  ethalten  batten,  machten  den  Hauptfond  d  des  neuen
Erbhergogthums.  «-So

  war  der  beste  und  groͤßte  Theil  der  Lombardei  fuͤr
das  Deutsche  Reich  fast  verloren,  ob  schon  das  neue  Herzogthum
  ein  Reichslehen  blieb.  Die  schoönen  Vicariate,  die
ehedem  willkührlich  hatten  vergeben  werden  konnen,  mußten
nun  dem  Viscontischen  Mannsstamme  bleiben,  und  nach
Aussterben  der  rechtmäßigen  Söhne  sollten  selbst  auch  die
natürlichen  Söhne  des  neucn  Herzogs  ein  Erbrecht  haben.
Es  mußte  gläcklich  gehen,  wenn  sich  nicht  diese  neue  unumschränkte
  große  Erbmacht,  die  auch  durch  das  einge,

W“  führte  Untheilbarkeit=  und  Erstgeburts,Recht
sogleich  recht  haltbar  geworden  war,  sehr  frühe  bis  zum
Königreich  erhub.  Keine  Landstände  beschränkten  dieselbe,
wie  überhaupt  nach  der  ganzen  Entstehungs-Geschichte  aller
dieser  Italiänischen  Fürstenthümer  an  keine  Landstände  zu
denken  war;  selbst  aber  auch  den  Schatten  der  alten  Municipalität
  von  Mailand  ließ  der  neue  Herzog  verschwinden.

14o:  35.  Zum  Glück  starb  nicht  lange  nachher  der  Stifter

Sft.  dieser  Macht,  und  45  Jahre  nach  seinem  Tode  nahm

1447  auch  sein  Mannsstamm  ein  Ende.  Weil  keiner  von

beiden  Söhnen  und  Nachfolgern  dem  Vater  an  Klugheit
und  Unternehmungs-Geist  gleich  kam,  so  bildete  sich  zum
Theil  auf  Kosten  von  Mailand  ein  schönes  Gleichgewicht  der
Hauptmächte  in  Ober-Italien.  Venedig,  Florenz,  Mailand
6  und  der  neue  Herzog  von  Savoyen  hielten  sich  durch
Macht  und  Furcht  und  Allianzen  wechselseitig  in  ihren  Gränzen;
  und  die  kleinen  Staaten  verdankten  ihre  fortdaurende
Existenz  der  Eifersucht  der  großen.  Zu  eben  derselben  Zeit
1412  vereinigte  P.  Martin  V.  die  päbstlichen  Besitzungen  in  Ita-141

